Wenn Matthias Wagner am Wochenende für die Märkische Oderzeitung im Einsatz war, füllten seine Berichte von Dorffesten, Ausstellungen und Konzerten die halbe Ausgabe. In der Redaktion war dann anerkennend von den Wagner-Festspielen die Rede. Der Medienberater für das Märkische Medienhaus war, so oft es ging, als freier Mitarbeiter für den Lokalteil unterwegs. Er traf Menschen, hörte zu, sah hin und konnte oftmals mit einer kleinen Anekdote gut unterhalten. Matthias Wagner hatte ein Auge und Ohr für die Protagonisten vor Ort, die er zu Wort kommen ließ.

Gefühl zwischen seinen Sätzen

Zu seinen größten Leidenschaften gehörten die Musik im Allgemeinen und das Akkordeon im Besonderen. Matthias Wagner starb plötzlich und unerwartet in der Nacht zum 2. Mai.
Sein überaus wacher und kritischer Verstand ließ ihn zuletzt oftmals zweifeln und fragend hinter Beschlüssen und Verordnungen zurück. Für Freunde und Bekannte hatte er dennoch selbst in verzweifelten Situationen lyrische Gedichte und Kommentare aus seinem großen Fundus des Allgemeinwissens aus Kunst und Literatur parat, die er gekonnt platzierte.
Matthias Wagner, der seit vielen Jahren zuverlässig und flexibel an der Seite der Redaktion Barnim-Echo stand und für den das Schreiben Erfüllung und Berufswunsch zugleich war, erzählte von den Menschen – von ihren Freuden und Nöten. Die Gefühle zwischen seinen Sätzen, die er für die Barnimer Unternehmer, Gewerbetreibenden oder Vereinsmitglieder aufbrachte, ließen in so manchem Text oder in seinen Fotos auch ein Stück von sich selbst durchscheinen.

Zuvorkommend und freundlich

An der Seite seiner Freundin Britt Walter – beide liebten die Zweisamkeit und die Musik – verbrachte er seine Wochenenden und manche freie Stunde. „Ich hätte viel mehr davon kosten sollen“, sagte er einmal. Lange Spaziergänge, Wanderungen in der Natur, Reisen zu den schönen, oft stillen Orten in Deutschland gaben dem 50-Jährigen Kraft und lehrten ihn Harmonie wie Beständigkeit im Sein. Sein Tod erfüllt uns alle mit tiefer Trauer und großen Zweifeln, ihm gerecht geworden zu sein. Einem aufrechten Menschen mit klaren Ansichten und allzu menschlichen Zweifeln. Immer zuvorkommend und freundlich.

Akkordeon im Chor der Engel

Matthias Wagner wird uns, den Kollegen und Freunden, sehr fehlen. Allen Angehörigen, insbesondere seinem Sohn Johannes, wünschen wir in diesen schweren Stunden viel Kraft und Mut. Vielleicht hilft dieses besondere Lächeln, der Schalk aus den Augenwinkeln von Matthias Wagner, diese schwierige Zeit zu überstehen.  Einen Text blieb er uns schuldig – über die Folgen der Corona-Pandemie in den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Eberswalde. Wir wissen, er hätte ihn gern noch aufgeschrieben. In seiner unverfälschten, beobachtenden und oftmals sonnigen Art.
Die Wagner-Festspiele, wenigstens darauf hoffen wir, finden fortan im Himmel statt. Und im Chor der Engel ist sein Akkordeon herauszuhören.