51.Eberswalder Forstfasching - Die erste Party

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Manchmal muss es eben Frohsinn sein: Wenn Meister Proper mit Frau Antje flirtet, das Duracell-Häschen dem Sarotti-Mohren schöne Augen macht und Super-Mario Clementine ein Gläschen Sekt spendiert, dann ist endlich wieder Forstfasching. Und Publikum und Akteure zelebrieren ihren gemeinsamen Spaß am Verkleiden, am Vergnügen und am ausgelassenen Quatsch.
Glanzlichter gibt es viele an diesem ersten von zwei Forstfaschingsabenden. Schade für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten: Die Ausgabe am 17. Februar ist ausverkauft.
Für das Beste (nicht nur) am Mann: Auf der Bühne werden, getreu dem Motto der Fete, mit Herzblut und Pfiff die Kauf-mich-Sprüche ins Lächerliche überdreht, die unseren Alltag begleiten. Dies geschieht manchmal durchaus subtil - so bereits zum Einmarsch, bei dem neben dem obligatorischen Radetzky-Marsch auch das Lied "Bonduelle ist das famose ..." angespielt wird. Und manchmal wie mit der Brechstange, wenn sich die Programmmacher, viele von ihnen noch junges Gemüse, als freche Früchtchen gebärden.
Schmunzeln Sie noch oder lachen Sie schon? Zum Beispiel über den Sketch, mit dem die Spots eines im Kataloggeschäft emsigen Versandhändlers durch den Kakao gezogen werden. Claudia Narbei verrät auf Nachfrage, dass sie Oberhemd, Hose und sogar die Unterhose von Otto habe. Wenig später kommt Axel Kutz des Wegs. Nackt und um die Körpermitte herum bloß von einem Karton bedeckt. Wer er sei: "Otto", lautet die Antwort.
Guten Freunden gibt man ein Küsschen. Oder man schenkt ihnen auf Verführung getrimmte Tanzeinlagen, wie sie beispielsweise von Mona Klamann und Alexander Merten gezeigt werden, um die Botschaften der Ristorante- oder Barcadi-Werbung auf die Nonsensspitze zu treiben. Erst recht dürften die elegant ihre kurzen Röckchen schwenkenden Grazien des Ensembles Tanzcreation endgültig den Tiger in manchem Feiernden wecken.
Da weiß man, was man hat: Die Waggon-Komödianten brillieren mit einer Persiflage auf den Musikantenstadl, die gerade deshalb irrsinnig witzig ausfällt, weil sich Lisa-Maria Blum, Alexander Blum, Pascal Köpke und Christopher Mücke als Stars der Volksmusik zwar überzogener Gesten bedienen, aber an den Originaltexten der eingespielten Hits kein einziges Wörtchen geändert haben. "Auf dem dünnen Eis der Liebe", "Weißer Stern von Altona" und "H-E-I-M-A-T - ja dass heißt Heimat" sind Meisterwerke der Flachheit.
Forstfasching: Eine starke Gemeinschaft - das ist auch das Publikum. Viele Stammgäste sind ins Haus Schwärzetal gekommen. "Ich schätze vor allem die ungezwungene Atmosphäre", schwärmt Dirk Lindemann aus Eberswalde, der den scherzenden Förstern seit gut 45 Jahren die Treue hält und sich diesmal als Käpt'n Iglo verkleidet hat. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass der Forstfasching aktuell in seine 51. Saison gegangen ist. "Wir sind zum ersten Mal hier", verrät hingegen Anneliese Schifter aus Eberswalde. Den Besuch hätten sich ihr Mann Reinhard und sie seit Jahren vorgenommen. Endlich habe es geklappt.