"Sie ist ein wanderndes Wollknäuel", sagt Tierheimbesitzerin Karin Nicodem über Dascha. Die Hündin ist seit vier Monaten in Werbellin untergebracht. Das aufgeweckte schwarze "Wollknäuel" ist sehr anschmiegsam und wachsam. "Sie ist sehr unsicher und sollte auch nicht zu Kindern kommen", sagt Karin Nicodem. Der etwa vier Jahre alte Mischling war ein Fundtier in Ungarn. "Das Problem bei Kindern ist oft, dass sie die Mimik von Hunden noch nicht deuten können", erklärt die Tierheim-Chefin. "Kinder wollen sie oft liebhaben und drücken die Tiere mit beiden Armen, ein Biss im Gesicht ist die weltweit häufigste Verletzung." Dascha braucht viel Auslauf, daher ist jemand, der viel und gern spazieren geht, gut geeignet als neuer Halter für die quirlige Hündin.
Seit 25 Jahren besteht das Tierheim in der Schorfheide. Seitdem wurden mehr als 5000 Hunde, Katzen, Meerschweine und vieles mehr aufgenommen und betreut. Auch verletzte Wildtiere wie Waschbären oder Schwäne wurden dort aufgenommen. Zur Zeit leben in den Einzel- oder Gruppenzwingern, aber auch im Haus, 20 Hunde. Katzen werden oft nach der Quarantäne vermittelt. Die Nagetiere, also Kaninchen und Meerschweinchen, leben im Sommer in einem Freigehege, im Winter im Büro des Heims.
Seit drei Monaten ist Berny im Werbelliner Tierheim. Der Chihuahua-Rüde ist etwa vier Jahre alt und kastriert. "Er ist stubenrein, aber auch er mag keine Kleinkinder", sagt Karin Nicodem. "Er hat sehr wahrscheinlich schlechte Erfahrungen mit kleinen Kindern gemacht und hat nun Angst vor ihnen, das sollte man auch wirklich berücksichtigen, wenn man ihn zu sich holen möchte."
Einer unter den 20 bellenden Vierbeinern im Tierheim ist Ronda. Sie ist zwei Jahre alt und ein Boxermischling. "Vor einem Jahr hatte sie einen Unfall, bei dem sie ein Auto angefahren hat", sagt Karin Nicodem. "Die Teillähmung wurde seither durch einige Operationen fast wieder korrigiert." Trotzdem ist Ronda nicht für viele sportliche Aktivitäten oder ausgiebige Wanderungen geeignet. "Sie ist sehr unsicher und sucht engen Kontakt, mag aber auch keine kleinen Kinder." Durch ihren Unfall ist es möglich, dass Ronda im Alter noch einmal bestimmte Medikamente oder Physiotherapie benötigt.
Auch Bill lebt bei Karin Nicodem in Werbellin. Er ist ein Labrador-Mix und bereits seit einem Jahr im Tierheim. "Er ist sehr lebhaft und braucht viel Auslastung", erzählt die Leiterin der Einrichtung. Der Rüde ist schätzungsweise zwei Jahre alt und laut Karin Nicodem sehr auf Menschen bezogen.
In der vergangenen Woche sind vier neue Hunde aufgenommen worden. Diese stammen aus einem anderen Brandenburger Landkreis und sind Fälle sogenannten Animal Hordings. Der Begriff beschreibt die Sucht, Tiere zu horten. "Jeder Fall ist anders", sagt Karin Nicodem. "Aber die Tierheime in Brandenburg sind eh schon völlig ausgelastet, da haben wir einige bei uns aufgenommen."
Die Vierbeiner werden in Werbellin durch vier Mitarbeiter betreut. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unternehmen zum Beispiel ausgedehnte Spaziergänge mit den Hunden und unterstützen damit das Tierheim.
Bei Interesse für einen Hund aus dem Werbelliner Tierheim oder Fragen steht Karin Nicodem, Telefon 033363 4238, gern zur Verfügung.