Schon im Sommer hatte der Regionale Förderverein (RFV) angekündigt, die Trägerschaft für den Geopark "Eiszeitland am Oderrand" zum 31. Dezember abzugeben. Finanzielle Gründe würden zu diesem Schritt zwingen, begründete Geschäftsführer Volkmar Ritter damals.
Seither herrschte eine Art Schwebezustand. Es wurden zwar Gespräche geführt. Vor und hinter den Kulissen. Doch wie es konkret weitergeht, das war unklar. Höchste Zeit für Entscheidungen, wie Dirk Protzmann, Amtsdirektor von Joachimsthal (Schorfheide) und Vorsitzender des Geopark-Sprecherrates, findet.
Der RFV habe zwar auf der nicht öffentlichen Sitzung des Geopark-Kuratoriums jüngst angeboten, die Trägerschaft noch für sechs Monate probeweise fortzuführen und zu versuchen, weitere Mittel zu akquirieren. "Aber das wird die Situation nicht verbessern", ist Protzmann überzeugt. Für 2013 stehe eine erneute Evaluierung, eine Überprüfung des Geoparks an. Darauf müsse man sich konzentrieren und alle Kräfte bündeln. Deshalb sei das Angebot durch die Mitglieder des Kuratoriums abgelehnt worden.
Die Teilnehmer seien der Empfehlung des Sprecherrates gefolgt, einen neuen Verein zu gründen, so Protzmann. Dieser soll die Trägerfunktion übernehmen und all die organisatorischen Fragen koordinieren. Dazu, so Protzmann weiter, sei "eine feste Halbtagsstelle nötig". Die Finanzierung dieser müsse über den Zuschuss des Landkreises gedeckt werden. Bislang hat der Barnim das Geopark-Projektbüro mit jährlich 20 000 Euro unterstützt. Darüber hinaus sei natürlich "viel ehrenamtliches Engagement" gefragt.
Wer den Verein gründet und ihm beitritt, dies sei noch offen, so Protzmann auf Nachfrage der MOZ. Das Procedere soll in Kürze auf einer Sprecherratssitzung geklärt werden. Er hoffe aber, dass sich der RFV, der in den vergangenen Jahren "eine gute Arbeit geleistet hat", in der neuen Struktur "wiederfindet". Um mögliche Irritationen, die durch die Entscheidung des RFV und die folgenden Schlagzeilen entstanden sind, auszuräumen, wolle er dieser Tage auch ein Gespräch mit der Geounion Alfred-Wegener-Stiftung führen. "Aus meiner Sicht ist es ein ganz normaler Vorgang, nach Jahren des Aufbaus die Strukturen anzupassen", bemüht sich Protzmann, den Veränderungen jede Brisanz zu nehmen.
Im Übrigen sehe er den Geopark "auf einem guten Weg". Der Geopark bestehe ja nicht nur aus dem Amt Joachimsthal und dem Geopark-Informationszentrum Ziethen. Vielerorts seien Erlebnisfelder entstanden, etwa in Chorin, Stolzenhagen oder im polnischen Moryn.
RFV-Chef Volkmar Ritter bedauert, dass das Kuratorium sein Angebot ausgeschlagen hat. Es hätte die Chance geboten, auf der Basis eines funktionierenden Konstruktes die Evaluierung vorzubereiten. Denn: Viel Zeit bleibe nicht bis zum neuerlichen Check. Die Kontrolle stehe im Frühjahr bzw. Frühsommer an. "Spätestens ab Februar muss man sich also ganz intensiv mit den Unterlagen beschäftigen." Die Entscheidung für einen neuen Verein sei doch "sehr vage".
Überhaupt hätte der RFV die Arbeit gern fortgesetzt. "Wir können es uns nur nicht mehr leisten", betonte Ritter. Pro Jahr habe der Verein zuletzt 25 000 bis 30 000 Euro "zugeschossen".
Der RFV werde die angelaufenen Projekte selbstverständlich zum Abschluss bringen. Dazu gehören vor allem die Geo-Installationen. Das Mammut, das etwa an der A 11 künftig für den Geopark werben soll, werde voraussichtlich im Frühjahr aufgebaut. Auch den Fachtag Geotop 2013, um den sich der Verein beworben hatte, werde man noch ausrichten: im Mai in Prenzlau.
Das Projektbüro Geopark in Joachimsthal werde man indes zum 31. Dezember räumen und schließen. Die Mitarbeiterin werde innerhalb des RFV in anderen Bereichen eingesetzt.
Im vorigen Jahr hatte die Expertenkommission der Wegener-Stiftung dem Geopark die gelbe Karte gezeigt.