Vor acht Jahren war das jetzige Stadtoberhaupt, damals wie heute nominiert von der FDP, mit 59,3 Prozent der Stimmen als Sieger aus der Stichwahl hervorgegangen, in der sein ärgster Rivale, der Vize-Landrat Carsten Bockhardt, CDU, 40,7 Prozent der Stimmen erreicht hatte.
Auch im ersten Wahldurchgang hatte Friedhelm Boginski vorn gelegen - mit 24,27 Prozent. Auf den Plätzen waren Carsten Bockhardt (23,46 Prozent), Hartwin Schulz vom Bündnis für ein demokratisches Eberswalde (18,69 Prozent), Thomas Engel für die SPD (18,13 Prozent), Hann-Dieter Hartwig für Die Linke/PDS (10,5 Prozent) und Karen Oehler für Bündnis 90/Die Grünen (4,94 Prozent) gefolgt.
Noch steht der Termin für die Bürgermeister-Wahl nicht fest. Vieles jedoch spricht dafür, dass der Urnengang mit dem für den Brandenburger Landtag zusammengelegt wird und damit auf den 14. September fällt.
Nur der Amtsinhaber hat sich schon öffentlich dazu bekannt, erneut antreten zu wollen. Beim Eberswalder Neujahrsempfang in der Feuerwache beendete er seine Ansprache mit folgenden Worten: "Eberswalde kann noch mehr - und da will ich auch in den kommenden acht Jahren mit dabei sein: als Bürgermeister aller Eberswalderinnen und Eberswalder". Wenig später, beim ersten Spritzkuchen-Fest der FDP, bekräftigte Friedhelm Boginski seine Ambitionen. "Als ich mein Amt vor acht Jahren angetreten habe, gab es keinen ausgeglichenen Haushalt, sondern eine vorläufige Haushaltsführung. Die überörtliche Prüfung durch die Kommunalaufsicht hatte sogar zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geführt. Der Ruf der Stadt war ruiniert. Heute verfügt Eberswalde über eine Rücklage von 14,5 Millionen Euro und sind die Bürger an wichtigen Entscheidungen beteiligt", sagte der Amtsinhaber.
Nur die Linke geht bisher offiziell auf Gegenkurs. "Die Stadt kann besser regiert werden. Wir werden einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten stellen, dessen Anspruch es ist, der Fassadenpoltik des aktuellen Bürgermeisters ein Ende zu bereiten", sagte Sebastian Walter, Kreisvorsitzender der Linken. Was Eberswalde an Erfolgen erreicht habe, sei nicht unwesentlich ein Verdienst der linken Fraktion. In der Ära von Friedhelm Boginski sei unter anderem der soziale Wohnungsbau zu kurz gekommen.
Zur Zeit seien noch Gespräche mit potentiellen Bewerbern im Gange. "Es wird niemand von außerhalb sein. Namen nennen wir entweder kurz vor oder nach der Kommunalwahl im Mai", kündigte Sebastian Walter an.
Bei CDU und SPD ist der Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen. Das haben Vertreter beider Parteien mitgeteilt.
Auch die Bündnisgrünen haben sich noch nicht abschließend mit dem Thema befasst. "Persönlich glaube ich, dass nur ein gemeinsamer Kandidat mehrerer Parteien eine reale Chance hätte. Und ich sehe niemanden, auf den wir uns einigen könnten", sagte Karen Oehler, die selbst aus privaten Gründen nicht noch einmal den Hut in den Ring wirft. Der Veränderungsdruck sei auch längst nicht mehr so groß wie damals bei Reinhard Schulz. "Obwohl die Verwaltung zunehmend selbstherrlich reagiert und sich über die Politik hinwegsetzt. So bei der Kostenexplosion für die Freiflächengestaltung an der Grundschule Schwärzesee", urteilte die Bündnisgrüne.
Das Bündnis für ein demokratisches Eberswalde tritt weder bei der Kommunal-, noch bei der Bürgermeister-Wahl an.