Nahezu einhellig hatten die Teilnehmer des Treffens zuvor zum Ausdruck gebracht, dass sie die alte Streckenführung über die Poratzstraße vermissen. Während der Bauphase waren die von der BBG eingesetzten Obusse hin und zurück nur über die Breite Straße gefahren und hatten an der Endhaltestelle vor dem Betriebssitz an der Neuen Straße gewendet, anstatt in die Poratzstraße einzubiegen. "Wir haben gemerkt, dass die Alternativroute durchaus auch Vorteile bietet, was Schnelligkeit und Erreichbarkeit der Obusse angeht", sagte Frank Wruck in der Einwohnerversammlung. Daher habe die BBG eine Kundenbefragung in Nordend gestartet - mit einer Hauswurfsendung und im Internet. 483 Fahrgäste hätten die Chance zur Mitbestimmung genutzt und ein Votum abgegeben, betonte der Geschäftsführer. Im Ergebnis seien mehr als 60 Prozent der Antwortenden für die Rückkehr zum Kreisverkehr über die Poratzstraße gewesen. Weniger als 40 Prozent hätten die neue Streckenführung nur über die Breite Straße bevorzugt.
"Auch wenn die Poratzstraße jetzt übergeben ist, benötigen wir jetzt mindestens einen Monat, um die Strippe neu auszurichten", sagte Frank Wruck. Da dies mit einem hohen technischen Aufwand verbunden sei, werde es die nächsten 15 Jahre keine Streckenänderung mehr geben können.
Allerdings könnte die BBG bereits im kommenden Jahr wieder vor Probleme gestellt werden: Die Stadt strebt nach dem Sanierungserfolg für die Poratzstraße ohne Verzug den Ausbau der Neuen Straße in Nordend an.Brandenburgs Infrastrukturminister hatte bei der Verkehrsfreigabe der Poratzstraße seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, auch den neuen Fördermittelantrag aus Eberswalde positiv zu bescheiden. "Nur wissen wir noch nicht, zu welchem Prozentsatz wir mit einem Zuschuss rechnen können", sagte Baudezernentin Anne Fellner in der Einwohnerversammlung.
Von der Landesförderung unberührt läuft der Ausbau der Anliegerstraßen in Nordend weiter. Bis 2019, so sieht es eine Absprache der Rathausspitze mit der in Nordend aktiven Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben Barnim, werden nacheinander der Waldweg, der Eschenweg, Roseneck, Kiefernweg, Dahlienweg, Rosenberg und Asternweg saniert. "Vorausgesetzt, die Stadt ist weiter finanziell in der Lage dazu und die Einwohner halten ihre Bereitschaft aufrecht, 60 Prozent der Kosten zu tragen", sagte Anne Fellner.
Ärger gibt es im Stadtteil wegen zweier Wertstoffcontainer, die vor zwei Wochen am Rosengrund umgesetzt wurden. "Jetzt stehen die Behälter nicht mehr auf einer gepflasterten Fläche, sondern auf Rasen, der sich viel schwerer reinigen lässt", beschwerte sich eine Anwohnerin.
Die Container hätten wegen Anwohnerbeschwerden an ihren neuen Standort verbracht werden müssen, der weiter von den Häusern entfernt ist, antwortete die Baudezernentin. Beim Einwerfen von Leergut sei oft rücksichtslos agiert worden.