Notwendig wurde die Anschaffung zum einen durch das Auslaufen eines Projektes der Eberswalder Hochschule HNE, in das 400 Legehennen einbezogen waren, zum anderen aufgrund der weiter steigenden Nachfrage nach Bio-Eiern. Um den Bedarf zu decken, habe man bereits von kleineren Produzenten zugekauft. Mit dem neuen Hühnermobil, das Platz für 1200 Legehennen biete, erhöhe sich der Bestand der Brodowiner auf 2300 Federtiere. Die in nunmehr vier mobilen und einem Feststall gehalten werden. Alle am Standort Serwest.
Alles automatisch gesteuert
Das neue "Wohnmobil" für Hennen sei nicht nur der größte Stall, es biete auch den Komfort eines Feststalls. Sogar mehr noch. Das Modell sei vollautomatisiert. Gewicht der Hennen, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Eiablage, Leistung – alles werde erfasst und dokumentiert. Hightech im Hühnerstall also.
Dazu eben alles, was nach der Öko-Richtlinie "demeter" nötig ist und was das Leben eines Huhns angenehm macht. Das Mobil, so schwärmt Peter Krentz, bestehe aus drei temperierten Hühnervolieren mit Fress- und Legevorrichtung. Vorgelagert, als eine Art Wintergarten, seien Außenklimaställe. Hinzu käme die riesige Freifläche, das Grün. Laut Richtlinie müsse jede Henne vier Quadratmeter Auslauffläche haben, "bei uns sind es fünf".
Der Geschäftsführer spricht von einem "Quantensprung" in der Legehennenhaltung, den Brodowin vollzogen hat, und davon, dass der demeter-Betrieb damit der erste sei in ganz Ostdeutschland. In diesen Quantensprung hat das Unternehmen alles in allem rund 250 000 Euro investiert.
Zu den Besonderheiten zählt der Landwirt auch die Beschaffenheit des Standortes an der Dorfstraße in Serwest. Der Agrarbetrieb habe acht Medien-Stationen aufgebaut mit Wasser- und Stromanschluss sozusagen aus der Erde. So dass die Mobile problemlos umgesetzt werden können und sich das Grün wieder erholen bzw. nachwachsen kann. Zudem habe das Agrarunternehmen Schutzinseln aus Pappeln geschaffen, die den Hennen, liebevoll auch "Campinghühner" genannt, Unterschlupf und Schutz vor dem Habicht bieten. Diese Form der Haltung sei die beste, sagt Krentz. Unter hygienischen Bedingungen wie unter dem Aspekt des Tierwohls. "Die Legehennen haben ständig Grünes." Auf der vormaligen Ackerfläche in Serwest sei eine spezielle Grasmischung ausgebracht worden.
Bei der Rasse setzt das Unternehmen weiterhin auf das bewährte Lohmann Braun Plus, das hellbraune Eier liefert. Die Legeleistung liege im Bio-Segment bei etwa 250 Eiern pro Jahr und Huhn. Wobei ein Tier im Schnitt 16 Monate legt. Parallel laufe, entsprechend dem Credo des Unternehmens, die Bruderhahn-Aufzucht. Vermarktet werden Fleisch und Eier über die unternehmenseigene Abo-Kiste sowie den Hofladen. Trotz aller Automatisierung, Eiermann Dirk Boldt, offiziell Bereichsleiter Hühner im Betrieb, hat alle Hände voll zu tun. Denn das Sortieren und Verpacken, angeboten werden die Brodowiner Bio-Eier im Vierer- und Sechserpack, sei doch noch mit viel Handarbeit verbunden, fügt Krentz hinzu.
Im Frühjahr 2011 hatte der Landwirtschaftsbetrieb Brodowin mit der Legehennenhaltung begonnen. Damit ist die Geflügelsparte die jüngste innerhalb der Sektion Tierhaltung, zu der Milchvieh und Ziegen gehören.