Über eine Stunde braucht der Obus inzwischen schlimmstenfalls, um vom Betriebshof in Nordend einmal durch Eberswalde zu kommen. Der Barnimer Busgesellschaft ist es wichtig, die Umlaufzeiten wieder zu verkürzen. Dafür gibt es ein Projekt mit einem Berliner Unternehmen.
Funksignale sollen möglichst schon ab dem kommenden Jahr für schnellere und damit pünktlichere Busse sorgen. Die Barnimer Busgesellschaft hat für die technische Ausstattung die Blic Beratungsgesellschaft für Leit-, Informations- und Computertechnik gebunden. Etwa 600 000 Euro wird es kosten, nicht nur die zehn im Eberswalder Stadtverkehr eingesetzten Obusse, sondern die komplette Fahrzeugflotte mit Technik zu versehen, die bei Ampelrot ein Signal senden könnte. Wenn die Verkehrslage dies erlaubt, würde die Ampel dann beim Herannahen des Busses auf Grün umschalten. Vorausgesetzt, die Lichtsignalanlagen sind mit Empfängern ausgerüstet. Der Landesbetrieb Straßenwesen habe zugesagt, dies auf seine Kosten und zeitnah zu veranlassen, betont Frank Wruck, der als Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft (BBG) in der Verantwortung steht.
Es gibt gute Gründe dafür, das „Busbeschleuniger“ genannte Projekt zu starten: Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass es  geschlagene 62 Minuten dauert, bis der Obus eine komplette Runde durch die Kreisstadt absolviert hat. Egal, auf welcher der beiden Linien, die jeweils knapp 13 Kilometer lang sind. Auch zum Feierabend sind Busfahrer und Fahrgäste häufig zur Geduld verdammt. „Es ist lange her, dass für einen Umlauf 54 oder 55 Minuten reichten“, sagt der Geschäftsführer. Auch deshalb sei der Takt, der beim Obus in der Spitze bei zwölf Minuten lag, einheitlich auf eine Viertelstunde ausgedehnt worden. Dennoch hätten die Busfahrer weiter große Probleme, im Stadtverkehr die Fahrpläne einzuhalten.
Nach Einschätzung von Frank Wruck hat die verlängerte Umlaufzeit gleich mehrere Ursachen. So sei der Individualverkehr in Eberswalde weiter gewachsen. Es würden schlicht deutlich mehr Autos durch die Stadt rollen als noch vor ein paar Jahren. Überdies mache sich bemerkbar, dass die Breite Straße mittlerweile zur Tempo-30-Zone erklärt wurde. „Am Tag sind unsere Busse da auch vorher nicht rascher durchgekommen. Aber außerhalb der Stoßzeiten früher schon“, betont der Geschäftsführer. Und auch die Schutzstreifen für Radfahrer entlang der Heegermühler Straße würden dazu beitragen, dass die Busse länger brauchen. „Da kommt es gelegentlich zu ordentlichen Rückstaus“, sagt Frank Wruck.
Von dem Busbeschleuniger-Projekt seien keine Wunder zu erwarten, räumt der Geschäftsführer ein. Wenn die Umlaufzeit im Durchschnitt um zwei, drei Minuten sinke, sei schon viel gewonnen. Die Werte von früher würden sich indes nicht mehr erreichen lassen. Dennoch könnten Stadtdurchfahrten von unter einer Stunde die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs weiter erhöhen, ist Frank Wruck überzeugt.
Gerade der Obus schreibt in Eberswalde Erfolgsgeschichten. Und das soll auch so bleiben. 2016 wären in den Obussen  mehr als vier Millionen Fahrgäste gezählt worden, darunter etwa eine Million, die ihre Tickets nicht direkt bei der BBG, sondern irgendwo anders im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erworben hätten. Aktuellere Zahlen mit VBB-Beteiligung lägen noch nicht vor. Es sei aber davon auszugehen, dass die Inanspruchnahme eher noch gestiegen sei. Die Obusse legen pro Jahr leise mehr als 700 000 Kilometer durch Eberswalde zurück, ohne dass  die Luft dadurch mit Abgasen verpestet wird.