Die genaue Aufstellung der Tische hat sich Stephanie Turzer noch nicht überlegt. "Das entscheide ich dann kurz vorher", sagt die Lichterfelderin. Das Gute dabei: "Die Tische sind leicht und gut zu verstellen", sagt die 61-Jährige, die in diesem Jahr erstmalig an den Offenen Ateliers teilnehmen wird und sich damit einen langgehegten Wunsch erfüllt. Vor wenigen Wochen erst hatte Stephanie Turzer die Türen zu ihrem Lebenstraum offiziell geöffnet - die Türen zu ihrer eigenen Galerie. Getauft hat sie die Räumlichkeiten als Galerie am Bäckergarten. Passend, wie die Hobbymalerin findet, denn angrenzend an ihr Grundstück liegt das des Lichterfelder Bäckers.
Den lichtdurchfluteten Raum, den Stephanie Turzer jetzt als Galerie nutzt, hat sie bereits eingerichtet. An den Wänden zeugen Landschaftsgemälde aus der Schorfheide sowie aus Italien von ihren Aktivitäten und Reisen. Ohne Reisen, so Stephanie Turzer, wäre das Leben langweilig.
Eine Reise begleitet die begeisterte Naturgängerin jetzt bereits seit einigen Jahren, der Jakobsweg. "Begonnen habe ich vor ein paar Jahren in Südfrankreich, bin damals bis nach Spanien hinunter", erzählt sie. Mittlerweile hat sie auch den Jakobsweg in Deutschland für sich entdeckt. In Brandenburg ist sie von Lichterfelde bis nach Bad Wilsnack gewandert. "Es ist wirklich unglaublich, was Brandenburg alles für Schätze zu bieten hat, die man erst beim langsamen Laufen entdeckt", sagt Stephanie Turzer.
Mit den Impressionen dieser Reise hat sie ihr Künstlerrepertoire aufgepeppt. So entstanden unterwegs Zeichnungen, Fotos und kleine Reiseberichte, die sie in einem zweiten Manuskript zum Jakobsweg zusammengefasst hat. "Daraus will ich an den Offenen Ateliers auch lesen", sagt sie. Eine Seite der Galerie will sie zudem mit Bildern dieser Reise bestücken.
Eine Schorfheiderin, die auf dem Gebiet der Offenen Ateliers bereits ein alter Hase ist, ist Marlies Wolff. Auch sie will am 3. Dezember wieder in altbewährter Umgebung ausstellen. Für die Finowfurterin eine Selbstverständlichkeit, nimmt sie doch bereits seit 2008 an der im Landkreis zur Tradition gewordenen Reihe für regionale und zeitgenössische Künstler und Kunstbegeisterte teil. "Das Malen ist für mich etwas, was ich nicht mehr missen möchte", sagt Marlies Wolff.
Unterstützt wird sie seit Jahren von ihrer Freundin aus Kindertagen - Waltraud Dräger. Die Finowfurterin hat die Räumlichkeiten ihres ehemaligen Drogerie- und Kosmetikgeschäfts jedes Jahr für Marlies Wolff als Ausstellungfläche zur Verfügung gestellt. "Wir sind enge Freundinnen und ich freue mich, dass ich diese Fläche immer kostenlos mitnutzen konnte", sagt Marlies Wolff.
Wie viel Bilder hat sie in der "Kleinen Galerie" ausgestellt? "Es sind vielleicht um die 300", so die Hobbymalerin, die die Schorfheide gern mit dem Fotoapparat beziehungsweise Pinsel und Farbe erkundet. Zum Tag der Offenen Ateliers könnten es noch ein paar mehr werden. Denn: Die Zukunft für die Ausstellungsfläche ist ungewiss. "Ich habe zuhause nicht so viel Platz, alle Bilder unterzubringen. Deshalb werde ich die Preise auch etwas heruntersetzen", sagt Marlies Wolff.
Besucher können in den Regalen dann Szenen aus Lunow, Werbellin, Altenhof und anderen Orten im Barnim entdecken. Auch die ein oder andere Kaffeemalerei ist dabei. Wer sich dafür genauer interessiert, dem erklärt Marlies Wolff auch gern die Technik mit dem löslichen Kaffee.
Offene Ateliers am 3. Dezember in der Schorfheide: Stephanie Turzer, Oderberger Straße 15 in Lichterfelde, und Marlies Wolff, Hauptstraße 46 in Finowfurt