Im Stadtparlament hat Götz Herrmann, Vorsitzender der Bürgerfraktion, auf den Umstand verwiesen, dass Eberswalde jährlich 428 000 Plastiktüten bestelle. „Das ist wahrlich eine beachtliche Anzahl“, urteilte der Volksvertreter. Da verlange schon das Gebot der Nachhaltigkeit, ernsthaft nach Alternativen zu suchen.
Im Antrag der Fraktion heißt es, dass Hundehalter sehr häufig in weiten Teilen der Stadt und zunehmend im Stadtwald benutzte Plastikhundekotbeutel wild entsorgt würden. „Der Hauptkritikpunkt am bisherigen System der klassischen Plastikbeutel ist, dass jede ursprünglich organische Hinterlassenschaft in der Tüte so zu einer Umweltsünde wird, die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte benötigt, um restlos zu verrotten“, begründet die Bürgerfraktion ihren Vorstoß. In einer Stadt, in der es eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung gebe und die mit dem Schlagwort „Natürlich Eberswalde“ für sich werben, sei ein System von Hundekotbeuteln aus normalem Plastik sicher nicht mehr zeitgemäß.
Für das Unabhängige Wählerbündnis Eberswalde wies dessen Fraktionsvorsitzender Carsten Zinn darauf hin, dass es sinnvoll wäre, das Thema im zuständigen Fachausschuss zu vertiefen. „Schließlich geht es um Umweltfragen“, sagte er.
Gesprächsbedarf meldete auch Jürgen Wolff an, der die Fraktion der Linken anführt. „Wir haben die Stadtverwaltung ja beauftragt, ein Konzept für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu erstellen. Darin wäre auch der Umgang mit Hundekotbeuteln zu behandeln“, betonte er.
Die Bürgerfraktion erklärte, zu einer detaillierteren Aussprache bereit zu sein.(sk)