Eine dünn besiedelte Hügellandschaft, die Küstenlinie durch einen Schafskopf markiert, das aber auch ein Herdentier ist. Das große Tor am Eberswalder Kreishaus wird von dieser Grafik, gezeichnet von Katja Lösche, wie auch die Flyer und Plakate geziert und weist den Weg zur 17. Provinziale.

Filmfest steht auch für politischen Disput

Die beginnt am 10. Oktober für eine Woche in Eberswalde. Wenn die Macher rund um Festivalchef Kenneth Anders, Organisationsleiter Sascha Leeske mit seinen Helferinnen Julia Heilmann und Julia Hebestreit auf die 38 Wettbewerbsbeiträge in vier Kategorien blicken, dann leuchten die Augen. Das Filmfest steht für diese Zeit, für politische Dispute, aber auch Lebensweisen. Mehr denn je seien laut Anders Beharrlichkeit, Widerständigkeit und Kraft nötig, um im Heute, aber auch in den Filmen zu bestehen.

Vier Kategorien mit Inselerfahrung und Preisen

Ob Dokumentarfilm, Kurzdokumentarfilm, Kurzspielfilm oder Animation – die Beiträge erzählten in diesem Jahr vor allem von Inselerfahrungen. Ob auf der Robinson-Crusoe-Insel oder einem isolierten Leben inmitten der pulsierenden Gesellschaft. Das Grundmotiv der Filmlandschaft entspräche insofern auch dem von Katja Lösche entworfenen Bild.
Die Jurys sind bunt besetzt. Neben Filmemachern sitzen Politiker und Forscher der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Für den Dokumentarfilm zeichnen Birger Schmidt, Fußballfachmann und Festivalleiter des internationalen Filmfestivals 11mm, die Regisseurin Johanna Ickert und der Eberswalder Stadtmarketing-Sachgebietsleiter Ulrich Wessollek verantwortlich. Die Jury des Kurzspielfilms ist besetzt mit Kunsthistorikerin Lilian Engelmann, dem vietnamesisch-deutschen Filmemacher Duc Ngo Ngoc sowie Denis Demmerle, der in Sachen Marketing das Filmfestival in Cottbus begleitet. Mit von der Partie in der Jury für den Sonderpreis „Der Stachel“, immerhin mit 1000 Euro dotiert, ist neben Barnims Landrat Daniel Kurth, die Wissenschaftlerin Melanie Adam, die studentische Vizepräsidentin der HNE, Felicitas Hasper, noch Nora von Billerbeck, Gründungsmitglied des Berliner Filmchores. Die größte Jury aber stellt das Publikum, das in allen Kategorien seine Preise vergibt, alle mit 1000 Euro dotiert. Am 17. Oktober um 20 Uhr stehen die Sieger dann allesamt fest.

Musiker begleiten Kino-Vorstellungen

Nach Russland führen die Filme, aber auch in ganz entlegene Gebiete bei Chile oder auf dem Land in Mecklenburg. In diesem Jahr wird das Festival ohne ausländische Gäste auskommen müssen. Wie Kenneth Anders betont, ein Tribut an die Corona-Pandemie. Aber auch der Umzug vom Paul-Wunderlich-Haus ins Haus Schwärzetal, wo die Ursprünge des Filmfestes Eberswalde liegen, sei dem Virus geschuldet. Die Hälfte der Tickets wird es deshalb nur geben, 90 Plätze pro Vorstellung sind das.

Eberswalder Gasthöfe in der Diashow

Auch der beliebte Festivalclub entfällt. Aber dafür haben sich die Macher und Helfer einiges ausgedacht. Musiker begleiten Vorstellungen, vor dem Kulturhaus stehen Bänke und Feuerschalen. So können sich Filmfans treffen und mit nötigem Abstand fachsimpeln. Im Foyer läuft als Heimatfenster eine Diashow von Gasthöfen, Theatern und Ballsälen der Region. Kurzfilme für Kinder bietet Guten-Morgen-Eberswalde am 17. Oktober. „Globus Provinz“ heißt es am 17. Oktober um 15 Uhr. Für jeden wird etwas dabei sein – zum Denken, Weinen, Lachen und Diskutieren.

Eintrittspreise und Kartenverkauf


Dass die Provinziale auch in diesem Jahr mit stabilen Preisen lockt, ist vielen Sponsoren und Unterstützern geschuldet. Neben der Sparkasse Barnim stehen kleine Unternehmen, aber auch Medienbetriebe und Institutionen dafür ein. Für acht, ermäßigt fünf Euro lassen sich alle Einzelveranstaltungen anschauen. Die Fünferkarte ist für 32, ermäßigt 20 Euro zu haben. Die Zehnerkarte kostet 56, ermäßigt 35 Euro. Beide Karten sind übertragbar und für Gruppen nutzbar.

Kurzfilme sind kostenfrei zu sehen. Auch für die Preisverleihung kann man sich kostenfrei anmelden. In der Eberswalder Tourist-Information, Steinstraße 3, Telefon 03334 64520, oder im BBG-Kundencenter, Friedrich-Ebert-Straße 27d, Telefon 03334 235003 sowie unter https://filmfest-eberswalde.de auch online. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Vorstellungen beginnen um 18 Uhr und um 20 Uhr. li