"Musik nach Kassenschluss ist zu einer schönen Tradition geworden", begrüßte Sabine Spaltmann, Direktorin Markt Nord, die Gäste des Abends. Und dann ging es auch schon los. Mit "Follow you, Follow me" und "Another Day in Paradise" starteten Ray Wilson und das Berlin Symphonie Ensemble gleich mit zwei der bekanntesten Genesis-Titel. Zumindest beim Refrain des zweiten Songs bewiesen viele Fans ihre Textsicherheit.
"Es ist schön, hier zu sein", lautete danach das Kompliment des Sängers, auch wenn eine Sparkasse als Konzertsaal selbst für ihn zu den bisher ungewöhnlichsten Orten gehören dürfte. "Warum nicht", sein augenzwinkernder Kommentar.
Wilson, der seit 2001 als Solokünstler unterwegs ist, war 1996, nach dem Ausstieg von Phil Collins, Sänger der Band Genesis. Für sein Programm in Eberswalde hatte sich der 45-Jährige neben seinen Bruder Steve echte Vollblutmusiker an die Seite geholt. Die beiden Geigerinnen in kurzen Paillettenkleidern stahlen den Männern sogar ein wenig die Schau. Sie waren allerdings nicht nur Hingucker, ihr Temperament und virtuoses Spiel begeisterten ebenso. Die beiden Musiker am Klavier und am Saxophon standen den beiden Damen nicht nach. Und so erlebten die Konzertbesucher ein wahres musikalisches Feuerwerk, bei dem es schwer fiel, sitzen zu bleiben. So wippten viele Füße und Hände im Takt. Sämtlichen Aufforderungen, mitzuklatschen, kamen die begeisterten Zuhörer gern nach.
Ray Wilson, der unter anderem mit Supertramp-Frontmann Rodger Hodgson, Marius Müller Westernhagen und den Skorpions auf der Bühne stand, bewies sich einmal mehr als Vollblutmusiker, ohne Allüren, einfach ein toller Typ mit einer tollen Stimme. "Carpet Crawlers", "Goodbye Baby blue", "Jesus He knows me", "That's all", "Not about us", Calling all stations", hießen die Ohrwürmer, die den Abend zu einem besonderen musikalischen Erlebnis machten.
"Wir sind jedes Mal hier und immer wieder begeistert. Das Konzert heute gefällt mir ausgesprochen gut", sagte Sandy Pratsch-Ritter aus Hohenwutzen, die mit Mann und acht Freunden nach Eberswalde gekommen war, in der kurzen Pause. "Die Musik ist einfach super. Ray Wilson hat eine grandiose Stimme. Das Ensemble ist super", waren sich Margit Purkert aus Eberswalde und Angela Albrecht aus Trampe einig. Bürgermeister Friedhelm Boginski konnte sich dem nur anschließen. "Das ist genau meine Musik, ein wirkliches tolles Konzert", zeigte auch er sich begeistert. "Mit der Musik bin ich groß geworden. Ray Wilson ist sehr charismatisch, der versteht sein Handwerk", lautete das einhellige Urteil von Heike und Torsten Fahl aus Schwanebeck.
Stimmungsvoll und perfekt ging es auch nach der Pause weiter. In die erfolgreichsten Genesis-Hits mischten sich ausgefeilte Arrangements für Streicher, Klavier, Saxophon und Flöte. Um Zugaben kamen Wilson und sein Ensemble selbstverständlich nicht herum. "In the air tonight" und "Knockin on heavens door" wurden zu wahren Hymnen des Abends.
Auf die nächsten Künstler bei Musik nach Kassenschluss darf man zu recht schon jetzt gespannt sein.