Heute würde man vermutlich von einem Bestseller-Autor sprechen. Die Werke von Rudolf Schmidt (1875-1943) sind längst vergriffen. Dank Nachdruck sind einige Arbeiten aber jetzt wieder auf dem Büchermarkt verfügbar. Gerade ist "Eberswalder Baudenkmäler, Beiträge zur Baugeschichte unserer Stadt" als Reprint im Potsdamer Klaus Becker Verlag erschienen. Und auch "Eberswalde in Sage und Geschichte, Sitte und Brauch" ist nunmehr wieder zugänglich. Andreas Peter vom Niederlausitzer Verlag hat das Frühwerk des Kreishistorikers und Journalisten Schmidt neu aufgelegt.
Der Gubener Verleger stellte das Werk 107 Jahre nach der Erstveröffentlichung interessierten Eberswaldern vor. Der Verein für Heimatkunde zu Eberswalde hatte zu der Präsentation eingeladen. Peter las ein paar Kapitel, um neugierig zu machen. So ging es etwa um den Rattenfänger von Eberswalde, der – im Gegensatz zu seinem berühmten "Kollegen" in Hameln – ordentlich entlohnt wurde, um Hinrichtungen und die weiße Frau. In einem launigen Diskurs zog Peter immer wieder Parallelen zu seiner Heimatstadt.
Ein "Hausbuch für jeden Eberswalder", wie der Verleger findet. Vereinsvorsitzender Martin Hoeck konnte dem nur beipflichten: Das Werk sollte in keinem Haushalt fehlen. Also Standardliteratur für die Kreisstädter. Erst recht, da die Kapitel kurz und kurzweilig, unterhaltsam und informativ seien,  so das Duo unisono.