Statt den Raum mit Schere und rotem Band freizugeben, warteten Säge und Pappelstamm auf den Kanzleichef und Bibliotheksleiterin Petra Rösler, die an ihrer Aufgabe scheiterten. Dank der Sägetechnik von Peter Weiße, dessen Firma mit dem Bau der Räume beauftragt wurde, und Fabian Wulf vom Fachbereich Holztechnik der Hochschule, konnte der Stamm letztlich zerteilt werden.
Über zwei Jahre hatte die Umsetzung der Idee abgeteilter Arbeitsräume gedauert. Initiatorin des Einbaus war die damalige studentische Vizepräsidentin der Hochschule Caroline Martin, die sich stolz zeigte, in ihrem Amt etwas bewirkt zu haben.
Neben der Leselounge im Erdgeschoss der Bibliothek und einem Raum für Gruppenarbeit, wurde auch eine Eltern-Kind-Kabine eingerichtet, die Studenten mit Nachwuchs eine Rückzugsmöglichkeit bieten soll. „Eine sehr gute Idee zur praktischen Umsetzung von Familienfreundlichkeit, die auch zum Konzept der Nachhaltigkeit passt“, äußerte sich Kanzleichef Gerber. Fast zehn Prozent der HNE-Studenten sind Eltern. Die Zahl der Kinder dieser Studierenden wird auf 140 geschätzt. „Das wird ein ganz schönes Gedränge auf die neuen Räume geben“, scherzte Gerber. Ein Belegungsplan ist, laut Bibliotheksleiterin Rösler, noch nicht in Planung.
Die Besonderheit der Räume ist die Konstruktion aus Glas und Parallam, einem neuen Werkstoff der ursprünglich in Kanada entwickelt wurde und für den Kiefernholzreste zu massiven Baustücken verleimt werden.