Kündigungen als bittere Folge
Bislang stand die voraussichtlich letzte KAG-Saison unter keinem guten Stern. In erster Linie wegen eines Sperrvermerkes, den die Fraktion der Linken im Eberswalder Stadtparlament in der Debatte zum Haushalt 2020/2021 gefordert und den sich die Rathausspitze vor dem Etat-Beschluss im Dezember vorigen Jahres zu eigen gemacht hatte. Bis auf Widerruf war der KAG damit untersagt, Gelder an den Europäischen Regionalen Förderverein zu überweisen, der in ihrem Auftrag die Schleusenwärter beschäftigt. Mit der bitteren Folge, dass der Verein den 17 Betroffenen  zum Jahresende vorsorglich kündigen musste – wegen der unsicheren Finanzlage.
Die Linke hatte die Forderung nach einem Sperrvermerk damit begründet, dass die KAG bereits 2009 eine Vereinbarung mit dem Europäischen Regionalen Förderverein eingegangen war, ohne dass vorab die politischen Gremien der Stadt Eberswalde beteiligt wurden. Auch als der Leistungsumfang zwischen beiden Partnern 2017 unmissverständlicher formuliert wurde, geschah dies an der Stadtpolitik vorbei.
Die Rathausspitze hat reagiert und den Volksvertretern Ende Februar eine Beschlussvorlage präsentiert, mit der sie ins Boot geholt wurden: Bei ihrer voraussichtlich letzten Schleusensaison darf die KAG jetzt mit Billigung des Eberswalder Parlaments auf die Dienste des Europäischen Regionalen Fördervereins setzen. Und der seit Ende 2019 geltende Sperrvermerk wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
Jetzt wird Personal gesucht
Damit ist der Europäische Regionale Förderverein endlich in der Lage, sich um Personal für die Finowkanal-Saison 2020 zu bemühen. 19 Schleusenwärter und eine Leitungskraft werden gebraucht, um bis zum 25. Oktober den Handbetrieb der zwölf historischen Schleusen abzusichern. Laut Dezernent Jan König hat der Verein bislang 18 Personalgespräche geführt – davon zwölf mit Schleusenwärtern aus der Saison 2019. "Weil  wegen des Sperrvermerks ein nahtloser Beschäftigungsübergang für die bisherigen Schleusenwärter nicht möglich war, stehen diese grundsätzlich dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung", heißt es in der Antwort des Dezernenten Jan König auf eine entsprechende Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Es könne sein, dass der Suchaufwand nach qualifiziertem Personal steige, sollten weniger bisherige Schleusenwärter für die Saison 2020 bereitstehen.
Die Stadt Eberswalde zahlt jährlich etwa 54 000 Euro an die KAG, um deren Geschäftsstellen-Betrieb aufrecht zu halten. Und auf etwa 175 000 Euro beläuft sich der jährliche Anteil der Barnimer Kreisstadt an den Kosten für das Schleusenregime.