An Superlativen fehlt es nie, wenn Tom Schröder redet. Der Geschäftsführer des in Brilon, Nordrhein-Westfalen, ansässigen Unternehmens solarhybrid geht davon aus, dass es mit einem Baustart noch im August klappt. „In enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und zunächst nur auf den ohnehin befestigten Flächen“, sagte Tom Schröder am Rande der Sondersitzung der Volksvertreter, auf der letzte planungsrechtliche Hürden ausgeräumt wurden.
„Wir werden weitere 130 Hektar mit Sonnenkollektoren bestücken“, kündigte der Geschäftsführer an. Die Nennleistung des vergrößerten Solarkraftwerkes werde um 85 Megawatt steigen. Das reiche aus, um pro Jahr 77,6 Millionen Kilowatt Strom zu produzieren – genug für mehr als 22 000 Haushalte. „Wir sprechen von der dann größten Anlage in ganz Europa“, hob der solar-
hybrid-Geschäftsführer hervor. Bis Dezember werde das Gesamtauftragsvolumen von 120 Millionen Euro abgearbeitet und auch das neue Solarkraftwerk in Betrieb gegangen sein.
Schon die im Mai vorigen Jahres fertiggestellte erste Anlage hatte mit staunenswerten Zahlen aufgewartet: Auf 55 Hektar bebauter Fläche stehen seither Sonnenkollektoren, die es auf eine Nennleistung von 24,3 Megawatt bringen. Ausreichend Strom für 6400 Haushalte. Die Investition belief sich damals auf 58 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die größte Investition in diesem Jahr in Eberswalde, der Betrieb Mega Tierernährung, brachte es auf nur 17,5 Millionen Euro.
Dass der Geschäftsführer von solarhybrid auf das Miteinander mit den Naturschutzbehörden verwies, werden nicht nur in der Gemeinde Schorfheide viele Kritiker eher skeptisch sehen. Während der Arbeiten für den ersten Bauabschnitt war es in Größenordnungen zu Baumfällungen gekommen, für die keine Erlaubnis vorlag.
Bei den Gemeindevertretern spielte diese Vorgeschichte diesmal keine Rolle. Die Kommunalpolitiker peitschten stattdessen mehrere Beschlüsse durch, ohne die der Kreis nie eine Baugenehmigung ausgesprochen hätte. So ging es darum, einen Durchführungsvertrag für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu bestätigen. Gleiches traf auf den Bau einer Erschließungsstraße zum Flugplatz zu. Die ist als Schneise aus gewalzter Erde durch den Wald schon angelegt, um die vorstehenden Bauarbeiten zu erleichtern. Nach der Einweihung des zweiten Solarkraftwerkes soll sie zur Anbindung des Areals dienen.
Zuletzt beschäftigten sich die Volksvertreter mit den Stellungnahmen Betroffener zum Bebauungsplan. Fast 20 Abstimmungsrunden waren dafür nötig.
„Jetzt geht das Vorhaben auf die Zielgerade“, urteilte die Bauamtsleiterin Manuela Brandt nach dem parlamentarischen Marathon im Handheben.