Das neue Vereinshaus in der Havellandstraße 15 ist am Freitag um 14.10 Uhr mit mehreren Scherenschnitt durch das genossenschaftsblaue Band und einer Gartenparty offiziell eröffnet worden.
"Ein tolles Haus!" - Vom zufälligen Partygast über die Vereine bis zum Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) und dem Bürgermeister der Stadt Eberswalde sind sich da alle einig. Aus Vereinssicht das größte Plus: Die Mieten sind bezahlbar. Selbst der kritische Ortsbürgermeister Carsten Zinn (Die Linke) hält die mehreren Hunderttausend Euro Baukosten für gut angelegtes Geld im Brandenburgischen Viertel. Besonders wertvoll aus seiner Sicht: "Dank Aufzug ist das Haus barrierefrei und fast vor der Tür hält der O-Bus."
Nach dem Freizeitschiff in der Prignitzer Straße hat sich die WBG mit dem Vereinshaus Havellandstraße schon zum zweiten Mal um die lebensfrohe Eberswalder Vereinsmeierei verdient gemacht. Drei Teile des alten Kitabaus sind verschwunden. Die Fassade strahlt lachsfarben und blau. Am Ostgiebel ermöglicht eine Außentreppe den Zugang zum Obergeschoss. Laubengänge und Fahrstuhl erreicht man von der Gartenseite. Sechs Vereine haben ihr Hauptquartier unterm Vereinshaus-Dach: der Karateverein Eber-Kan, Kontakt, die Verkehrswacht Barnim, der Arbeitslosenverband, Boxenstopp und die Lindancer-Gruppe Chattahoochee.
Beim Rundgang durch die Vereinsräume sagt Eber-Kan-Sportdirektor Wolfram Ruhtz zu Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP): "Dass trotz Modernisierung in den Räumen die Mieten stabil geblieben sind, hilft uns zu überleben. Wir danken dafür der Stadt, den Stadtverordneten und der Genossenschaft. Aber wir geben dafür etwas zurück: Bei uns trainieren viele junge Leute, viele aus dem Brandenburgischen Viertel, die wir auf die Art von der Straße geholt haben."
Horst Gerbert, WBG-Geschäftsführer, bestätigt später, schier strahlend vor Stolz: "Genau das ist auch unsere Absicht. Wir nehmen unsere soziale Verantwortung wahr."
WBG-Aufsichtsratschef und Kulturfreund Karl-Dietrich Laffin ist sich sicher: "Gut Wirtschaften und dieses Vereinshaus bauen gehört zusammen. Wir haben beides im Blick, wie das Betriebsergebnis und dieses Haus des Vorjahres zeigt. Unsere heutigen und die künftigen Mieter werden es danken."
Aber irgendetwas fehlt doch noch im Haus? Wo? Beim Verein Kontakt. Er ist Anlaufpunkt für Mitbürger aus früheren Sowjetrepubliken. Galina Schönberg (78) verrät: "Wir suchen noch ein Klavier oder Keyboard, um Chorkonzerte zu begleiten und junge Menschen an Musik heranzuführen. Wer kann uns da helfen?" Unter der Kontakt-Telefonnummer 03334383070 sind Helfer willkommen.