Die offizielle Einweihung ist Mitte Juni. Nach der Inbetriebnahme Mitte Mai ist das Solarkraftwerk auf dem Flugplatz aber schon jetzt mit der vollen Leistung am Netz. An insgesamt 20  Stationen wandeln Wechselrichter den Gleichstrom von den insgesamt mehr als 90 000 Solarmodulen in Wechselstrom um. „Der letzte geht heute ans Netz“, sagte Tom Schröder, Vorstandsvorsitzender der Solarhybrid AG, am vergangenen Freitag. Seit dem 18. Mai speist die Anlage Strom ins Hochspannungsnetz der E.ON Edis ein.
Seinen Hauptsitz hat der Projektentwickler solarhybrid in Brilon (Nordrhein-Westfalen). Vor Ort war die Firmenspitze jetzt wegen eines Workshops auf dem Flugplatzgelände. Eingeladen hatte sie dazu „Investoren, Journalisten und Analysten“. Das Thema: „Was steckt dahinter? – Entwicklung und Realisierung eines Multi-Megawatt-Projektes“.
Am Rande des Workshops sprach der Solarhybrid-Chef auf MOZ-Nachfrage aber auch erstmals über weiterreichende Pläne für Solaranlagen auf dem Flugplatz Finow. „Wir sind dabei, das voranzutreiben“, sagte Schröder. „Die Vorplanung ist abgeschlossen.“ Relativ kurzfristig werde die Firma jetzt mit dem Genehmigungsverfahren beginnen wollen. „Unser Ziel wäre es, im ersten Halbjahr des nächsten Jahres zu bauen.“ Geklärt werden müsse jedoch unter anderem noch, ob die Einspeisemöglichkeiten ins Energienetz ausreichen. Auf 77 Hektar erstreckt sich die Photovoltaikanlage derzeit. Ein neuer Solarpark wäre noch um einiges größer: 200 Hektar.
Den nicht genehmigten Kahlschlag sowie die Munitionsortung auf Flächen nördlich des Towers hatten Gewerbetreibende auf dem Flugplatz bereits als vorbereitende Arbeiten für eine solche Anlage gewertet. „Das hat noch nichts mit uns zu tun“, erklärte Schröder indes und ergänzte: „Klar würden wir die Flächen auch nutzen.“ Mit der Flugplatzbetreibergesellschaft WVZ habe man sich über einen Kauf der Liegenschaft geeinigt.
Außer den Einspeisemöglichkeiten müsse auch die Verträglichkeit mit einem Landeplatz geklärt werden, sagte WVZ-Chef Reinhard Otto dazu. Zudem stünde eine Einigung mit der Landesregierung zur Zukunft des Flugplatzes aus. „Wenn das geklärt ist, sind wir bereit, die Liegenschaft zu verkaufen. Komplett.“ Allerdings, betonte er nochmals, sei ein möglicher Verkauf an den Erhalt der Arbeitsplätze auf dem Flugplatz gebunden. Für den Fall, dass die Gemeinsame Landesplanung Berlin Brandenburg und die Landesregierung ein Konzept für die Neunutzung gutheißen, „wären wir bereit, unsere Klage zurückzunehmen“. Vor dem Oberverwaltungsgericht hatte die WVZ gegen die Ablehnung des ursprünglich von der Landesplanung vorgesehenen Regionalflughafens geklagt.