Trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sprechen Vorstand und Verwaltungsrat bei der Bilanzpressekonferenz von einem "sehr erfolgreichen Geschäftsjahr" für die Barnimer Sparkasse. Das Geldinstitut, das sich laut Vorstandsvorsitzendem Uwe Riediger als "kleine regionale Bank" versteht, habe in beinahe allen Positionen zulegen können.
Die Bilanzsumme habe sich im Vergleich zum Vorjahr erneut erhöht. "Wir marschieren in Riesenschritten auf die 1,5 Milliarden Euro zu", stellt Bodo Ihrke, Vorsitzender des Verwaltungsrates, zufrieden fest. Auch die Kundeneinlagen seien - bei gleichzeitig leicht gesunkenen Spareinlagen - noch einmal gewachsen. "Was keineswegs selbstverständlich ist in diesen Zeiten." Ihrke wertet dies als Ausdruck des großen Vertrauens, das die Kunden in die Sparkasse Barnim haben.
Dies widerspiegelt sich seinen Worten zufolge ebenso in der Kreditentwicklung. Das Gesamtvolumen der Kundendarlehen sei gestiegen. Vor allem im Bereich der Häuslebauer sei ein Zuwachs zu verzeichnen. Wohingegen das Volumen der Kommunalkredite zurückgegangen sei. "Die öffentlichen Haushalte haben sich stabilisiert", stellt der Landrat fest. Zudem seien die Jahre der riesigen Investitionen, der großen geförderten Projekte in den Gemeinden und Städten vorbei.
Stolz verweisen Verwaltungsrat und Vorstand auf das gute Abschneiden des Hauses beim "Mystery-Check" sowie beim Bankentest "Meine Bank vor Ort". Die Sparkasse habe das Zertifikat "Hervorragend" in den Kategorien "Service, Beratung, Verkauf und Umfeld" sowie das goldene Focus-Money-Siegel erhalten. Und: Zum fünften Mal in Folge belegte das Geldinstitut den Spitzenplatz beim City-Contest in Eberswalde.
Ungeachtet aller Erfolge: Eine Insel der Glückseligen ist die Sparkasse nicht. Die anhaltende Niedrigzinspolitik stelle auch die Barnimer Banker vor große Herausforderungen, redet Ihrke Klartext. Da gebe es "keinen Bonus". Die Sparkasse sei ein "wirtschaftliches Unternehmen, das am Markt bestehen muss". Trotz oder gerade mit Blick auf die Daseinsvorsorge.
Zumal sich die Einrichtung in einem weiteren Spannungsfeld bewege, wie Vorstand Riediger deutlich macht. In dem Spannungsfeld, das aus einem sich verändernden Kundenverhalten resultiert: zwischen Filial- und Onlinebank. In den vergangenen zwei Jahren seien weitere 10 000 Kunden zum Online-Banking gewechselt. Inzwischen erledigen etwa 50 Prozent der Sparkassen-Kunden ihre Bankgeschäfte online, so Riediger. Trotzdem sei es Anspruch des Hauses, das jetzige Netz von 20 Filialen zu erhalten. "Wir sehen akut keinen Bedarf, eine Geschäftsstelle zu schließen", versichert der Vorstandsvorsitzende. Womit er ausdrücklich keine Garantie für 2020 oder 2025 geben will. "Den dauerhaften Erhalt des Filialnetzes kann heute niemand versprechen", bekräftigt Ihrke. Derzeit unterziehe man die SB-Technik und deren Standorte einer kritischen Prüfung, ergänzt Riediger.
Gleichzeitig habe die Sparkasse mit ihrem Investitionsprogramm (mehr als zwei Millionen Euro in 2014) sowie dem Umbau der Filialen dem wachsenden Beratungsbedarf Rechnung getragen. Zuletzt sei die Geschäftsstelle in Bernau Am Markt modernisiert worden. Damit, so Riediger, sei die Sparkasse nunmehr gut aufgestellt.
Eine beinahe sichere Bank ist die Sparkasse unterdessen auch für viele Vereine, Organisationen, Veranstalter. Gut 247 000 Euro hat das Geldinstitut 2014 im Rahmen von Sponsoring für gemeinnützige Projekte und Initiativen zur Verfügung gestellt, weitere 195 000 Euro an Spenden. Als Zustiftung hat sie im vorigen Jahr den Kapitalstock der Schulstiftung der Sparkasse Barnim mit 500 000 Euro auf eine Million Euro erhöht. Das Portfolio weist insgesamt fünf Sparkassen-Stiftungen aus.