Die Vorbereitungen für die neue Saison der Brandenburgliga beginnen, die erste Männermannschaft nimmt das Training auf. Die Punktspiele sollen am 22. August starten. Die Kicker des FV Preussen sowie die Gäste können dann das sanierte "Leichtathletikhaus" nutzen. Zum Duschen, zum Umkleiden, zur Teambesprechung. Die Erneuerung des Sportmehrzweckgebäudes direkt neben dem Preussen-Vereinsheim, dem Bernhard-Hensch-Haus, ist abgeschlossen. Die letzten Leistungen wurden gerade abgenommen. Vom Ergebnis der Investition, mit einem Volumen von fast einer Viertel Million Euro, konnte sich jetzt auch die Rathausspitze bei einem Vor-Ort-Termin überzeugen.
Stadt steuert Eigenanteil bei
Das sogenannte Leichtathletikhaus war um die Jahrtausendwende errichtet worden, berichtete Preussen-Präsident Danko Jur. Dennoch genügte es längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Über das "Kommunale Infrastrukturprogramm (KIP) des Landes Brandenburg" tat sich 2018 die Chance auf, Fördermittel zu akquirieren. Voraussetzung dafür war allerdings, dass der Verein den Sanitärtrakt langfristig pachtet, ruft Jur die Debatte im Parlament in Erinnerung.
Mit dem Okay der Stadtverordnetenversammlung konnte schließlich per 1. Januar 2019 der Pachtvertrag unterzeichnet werden. Er hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Preussen übernahm das sanierungsbedürftige Gebäude, um sich sogleich um die Finanzierung für die Frischzellenkur zu kümmern. Die Akquise, so betont Danko Jur, sei vor allem das Verdienst seines Stellvertreters Kristian Stelse. Über den Landesfonds KIP konnte eine 75-prozentige Förderung eingeworben werden. 50 000 Euro steuerte die Stadt als Eigenanteil bei, weitere 12 500 Euro der Kreissportbund Barnim.
So wurde denn das Gebäude energetisch und barrierefrei saniert. Dazu gehören etwa die Erneuerung der Sanitäreinrichtungen, der Einbau eines Behinderten-WC sowie die Installation von Solarmodulen auf dem Dach. "Im Keller steht jetzt ein 500-Liter-Pufferspeicher zur Warmwasseraufbereitung", so Jurs Hinweis. Die Fassade wurde ausgebessert. Optisch erscheint das Gebäude nunmehr in den Preussen-Farben Schwarz, Weiß, Grün. "Die gleichsam die Farben der Stadt sind."
Auch wenn die Stadt ins Säckel greifen musste und Preussen jährlich mit einem Zuschuss für die Betriebs- und Unterhaltungskosten von 12 000 Euro unterstützt, Bürgermeister Friedhelm Boginski sieht die Investition als "klassische Win-Win-Situation" an.
Planung für DDR-Baracke läuft
Beide Seiten, Verein wie auch Kommune, würden profitieren. Denn im Stadion würden nicht nur die Preussen kicken, darunter immerhin um die 130 Nachwuchssportler, auch die Kinder der Karl-Sellheim-Schule nutzen die Anlagen – für den Sportunterricht. Ebenso die Lebenshilfe. Aktuell würden überdies die Schachspieler, die Judoka sowie die Handballer in Westend trainieren, ergänzt der Vereinsvorsitzende.
Die Stadt Eberswalde, so die Strategie, halte für die Schulen, die Vereine (und Individualsportler) drei Stadien vor: das Fritz-Lesch-Stadion, das Westend-Stadion sowie die Waldsportanlage. Darauf würden sich die kommunalen Investition konzentrieren, so Boginski. Im Westend-Stadion sei nach der Installation der neuen LED-Anlage für rund 230 000 Euro keineswegs Schluss. Es ginge weiter – mit dem alten Funktionsgebäude (inclusive Kegelbahn) aus DDR-Zeiten. Die Entwürfe für die Sanierung dieses Gebäudes hängen bereits im Vereinshaus aus, zeigt das Stadtoberhaupt auf die Pläne.