Nach 20 Minuten sind die Schnellsten in Sichtweite. Die Starter des 6,5-Kilometer-Einzelaufs werden von der begeisterten Menge am Straßenrand ins Ziel gejubelt. 21 Minuten und 52 Sekunden stehen auf der Uhr von Philipp Heinz (28), der als Erster die Lichtschranke durchbricht. SV 1885 Teutschenthal steht auf seinem Rücken. Der Leichtathlet aus Sachsen-Anhalt ist erst am Freitag nach Eberswalde gezogen, berichtet er, am Sonnabend war er noch einen Marathon in Leipzig gelaufen. Und nun erste Stadtlaufteilnahme, erster Sieg. "Die letzten zwei Kilometer waren hart", sagt der Mann, der in der Waldstadt künftig fürs Landeskriminalamt arbeitet.
Sein Verfolger und Zweiter im Ziel dürfte das ähnlich beurteilen: der blinde Paralympicssieger und Weltrekordhalter über 5000 Meter Henry Wanyoike (45) – außer Atem aber glücklich nach auch seinem ersten Eberswalder Stadtlauf. Schon als Kind sei er jeden Morgen fünf Kilometer zur Schule gelaufen, berichtet er. 1995 war der Kenianer nach einem Schlaganfall erblindet und will nun anderen Mut machen. Das dürfte ihm und seinem sehenden Begleitläufer Paul Wanyoike (nicht verwandt) gelungen sein.

Sportschülerin schnellste Frau

Nummer drei im Ziel und damit schnellste Frau war die 17-jährige Vorjahressiegerin Blanka Dörfel aus Wandlitz, die die Sportschule in Cottbus besucht. Nicht am Start: Marathon-Legende – und vielleicht Namensgeber eines manchen Jungen – Waldemar Cierpinski. Der 69-Jährige war als Motivator an der Strecke dabei. "Ich habe mir beim Aussteigen aus dem Auto vor drei Tagen das Knie verdreht", verriet er. Gern wäre er, wie zuvor angekündigt, auf den 6,5 Kilometern mitgelaufen. "Jede Strecke ist eine Herausforderung", sagt der Olympia-Champion von damals, der sich heute unter anderem mit Fußball und Tennis fit hält.
Doch es sind nicht allein die Sport-Promis, die die Menschen entlang der Eisenbahn- und Heegermühler-Straße beim 13. Eberswalder Stadtlauf mitfiebern lassen. Sie wollen ihre Familien, Freunde und Kollegen anfeuern. Direkt am Dreh- und Angelpunkt des Laufwettbewerbs, dem Sport- und Freizeitzentrum Westend, wird seit jeher ein kleines Volksfest veranstaltet, bei dem sich Besucher auch das Gegenprogramm zum persönlichen Fitness-Test geben können: Bratwurst, Kuchen und Eis.
Im Rahmen des Festes fand diesmal auch die Siegerehrung der Kinder statt. Erstmals waren auf einer 500-Meter-Strecke sogar solche unter fünf Jahren an den Start gegangen. Abseits des Laufgeschehens wurde in der Halle versucht einen Weltrekord im Jonglierenlernen aufzustellen. 290 Menschen nahmen daran teil. 134 erwiesen sich mit den drei Bällen als geschickt genug. 163 hätte es gebraucht. Der Rekord damit verfehlt. Den konnten die Partner für Gesundheit als Organisatoren letztlich aber schon mit ihren 2455 gemeldeten Läufern verbuchen.
13. Eberswalder Stadtlauf mit Teilnehmerrekord

Bildergalerie 13. Eberswalder Stadtlauf mit Teilnehmerrekord