"Es gibt ohne Frage eine Vielzahl lebenswerter Ecken in dem Viertel", urteilte Angelika Röder (SPD) in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Kultur, Soziales und Integration sowie Jugend, Kultur und Sport, auf der die vom StadtBüro Hunger aus Berlin erarbeitete Studie vorgestellt wurde. Deren Fazit lautete, dass es in dem Wohngebiet besonders viele Mieter am Rande des Existenzminimums und einen hohen Grad der Unzufriedenheit mit den Wohn- und Lebensumständen gibt. Positiv spricht für das Viertel, dass die soziale Infrastruktur besser als die der meisten anderen Stadtteile ist. Es gibt allein elf öffentliche Spielplätze und zwei Freizeithäuser, die Heimstatt der unterschiedlichsten Vereine sind und von der Wohnungsbau- und Hauswaltungs-Gesellschaft und der Wohnungsbaugenossenschaft als den beiden für das Gemeinwohl aktivsten Vermietern betrieben werden. Ein Ergebnis der Studie ist der Vorschlag, das Brandenburgische Viertel über das Ende der Förderung aus dem Programm "Soziale Stadt" hinaus, das für 2015 angekündigt ist, mit Zuschüssen zu unterstützen. Dies sei der richtige Weg, fand Angelika Röder. "Vor allem die kleinteiligen Projekte brauchen weiter unsere Hilfe", sagte das Mitglied der SPD-Fraktion.
Es müsse gelingen, die Einwohner des Brandenburgischen Viertels aus ihrer Lethargie zu reißen, betonte Götz Herrmann, FDP/Bürgerfraktion Barnim. Der Stadtteil habe sich partiell prima entwickelt. "Es gibt Einrichtungen wie den Skaterpark, die werden auch von Kindern und Jugendlichen aus anderen Stadtteilen genutzt", sagte er. Es sei bedauerlich, dass die Errungenschaften von einer Vielzahl der Bewohner zu gering geschätzt werde und dass das Viertel selbst in der Innensicht oft auf seine Probleme reduziert werde.
Zu den wenigen Einwohnern, die der Vorstellung der Studie beiwohnten, gehörte Jörg Zaumseil. "Der Stadtteil lässt sich mit Geld allein nicht am Leben erhalten", urteilte er. Politik und Verwaltung stünden in der Pflicht, über Mittel und Wege nachzudenken, die Einwohner stärker zu motivieren. Ein Großteil der Mieter sei nicht freiwillig in das Brandenburgische Viertel gezogen. "Deshalb identifizieren sie sich auch nicht mit ihrem Umfeld", hob er hervor.
Die Diskussion zur Sozialstudie hat gerade erst begonnen.