Ein erschlossenes Grundstück hätten sie laut Kaufvertrag erworben, sagen einige Anwohner des Eschenwegs im Wohngebiet Altenhof Südwest und ärgern sich darüber, dass es mit der Erschließungsstraße nicht weitergeht. Vor den neuen Eigenheimen, die dort entstanden sind, verläuft eine grau gepflasterte Straße. Sie kann über den Weg "Unter den Buchen" sowie über einen befestigten ungespflasterten Weg von der parallel verlaufenden L 238 angefahren oder verlassen werden. Das Teilstück von der Landesstraße bis zu den ersten Eigenheimen ist ungepflastert.

Müllproblem schnell gelöst

Die Anwohner, die namentlich nicht genannt werden wollen, haben sich nun an die MOZ gewandt. Neben dem aus ihrer Sicht unfertigen Teilstück als Anbindung, kritisieren sie, dass der gepflasterte Teil nicht fachgerecht gemacht wurde. "Da traut sich kein Lkw drüber", heißt es. Die Müllabfuhr fahre aktuell nicht über die Straße, weshalb Anwohner die Tonne bis an die Landesstraße rollen.
Das Müllproblem aber klärt sich nach schon einem Anruf der MOZ bei der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft (BDG). Diese sieht sich den Eschenweg daraufhin nochmal an. Ergebnis: "Die Sichtung der Straße durch unsere Fahrer hat ergeben, dass wir die Straße auch mit Entsorgungsfahrzeugen befahren können", heißt es. Ein Schreiben mit entsprechender Information an die Anlieger soll in dieser Woche rausgehen. Ab dem nächsten Entsorgungstermin können die Tonnen vor dem Grundstück bereitgestellt werden. Offenbar war die BDG noch von einem alten nicht befahrbaren Zustand der Straße ausgegangen.
Problem gelöst? Das wird sich zeigen. Denn die Anwohner liegen nicht allein wegen des vermeintlich unfertigen Eschenwegs mit Investor Peter Klatt im Clinch, wollen weitere Konfliktpunkte aber von der Straße getrennt wissen. Von beiden Seiten wird fehlende Einsicht und Gesprächsbereitschaft beklagt.
Was den Eschenweg betrifft, ist die Sache für Klatt eindeutig. "Die Straße ist befestigt und befahrbar. Die Anwohner haben keinen Anspruch auf eine besondere Ausführung der Befestigung", sagt er. Es bestünden keine ersichtlichen Einschränkungen. Klatt selbst spricht von übler Nachrede und ungerechtfertigten Forderungen. Pflaster sei sogar mehr als im Kaufvertrag zugesichert. Darin sei von ortsüblicher Befestigung die Rede. Das könne beispielsweise auch Lehmkies sein.
Dass die Straße hält, habe sie bereits bewiesen, meint der Investor und Erschließungsträger. Während einer Sperrung am Ortsausgang hätten sämtliche Fahrzeuge den Weg über die Erschließungsstraße genommen. Klatt spricht von bis zu 180 in der Stunde. Darunter seien auch 40-Tonner gewesen.
Er selbst weist auf eine Regenrigole am Eschenweg hin, die er noch nicht habe fertigstellen können. Anwohner, die ihre Zufahrten gepflastert haben, hätten das mit diesen Arbeiten blockiert. Dazu stünden nun lediglich noch Abstimmungen mit der Gemeinde aus, die im September getroffen werden sollen.
Weitere Abstimmungen braucht es bezüglich der Anbindung an die Landesstraße. Diese stellt laut Peter Klatt am Ortsausgang eine erhebliche Gefahr für den Verkehr dar. Die Stelle sei schlecht einsehbar. Einen schweren Unfall habe es dort gegeben. "Darauf habe ich immer hingewiesen", meint Klatt.
Und offenbar scheint auch die Gemeinde Schorfheide Zweifel an der Verkehrssicherheit der Zufahrt zu hegen. Sie will prüfen, ob es dabei bleibt. "Wir wollen den Bauherren nicht zwingen, eine Anbindung herzustellen, die dann zur Gefahr wird", sagt Bauamtsleiterin Juliane Ness. Peter Klatt favorisiert die Zufahrt über den Weg "Unter den Buchen" – am anderen Ende des Eschenwegs – ohne eine wie jetzt vorhandene zweite Anbindung, alternativ eine Einbahnstraßenregenlegung. Diese aus Klatts Sicht vernünftigere Variante sei jahrelang blockiert worden, und habe letztlich auch die Entstehung des Baugebietes verzögert.

Bürgermeister will Schlussstrich

Die Gemeinde Schorfheide will sich die Sache vor Ort nochmal ansehen. Der Erschließungsvertrag mit Peter Klatt komme nochmal auf den Prüfstand. "Ich will dieses Thema endlich gelöst haben", sagt Bürgermeister Wilhelm Westerkamp gegenüber der MOZ. Schließlich soll die Gemeinde die Straße einmal übernehmen.
Schon in der Gemeindevertretersitzung vor der Sommerpause aber hatte Westerkamp angedeutet, dass in der Gemengelage mehr steckt als die Straße selbst, sich im öffentlichen Teil der Sitzung aber nicht konkret dazu geäußert. Mehr Klarheit könnte eine Anwohnerversammlung bringen, die die Gemeinde ins Auge fasst.

120 Euro der Quadratmeter

Speckgürtelpreise werden in Altenhof, mit Blick auf die Bodenrichtwerte zwar noch nicht aufgerufen. Trotzdem ist Bauland im Dorf am Werbellinsee kein Schnäppchen, in Schorfheide sogar am kostspieligsten. 120 Euro pro Quadratmeter beträgt der aktuelle Bodenrichtwert. In Finowfurt liegt er bei 80 Euro, in Groß Schonebeck bei 30 Euro. Im Berlin nahen Bernauer Raum klettert der Wert locker auf das Doppelte des Altenhofer Preises. Die Gemeinde Ahrensfelde bringt es auf bis zu 330 Euro. Auf der  Immobilienseite immowelt.de ist das 1070-Quadratmeter-Grundstück in Altenhof Südwest mit einem Mindestpreis von 155 150 Euro veranschlagt. mm