Gut 700 Unterschriften haben die Befürworter der Telekomstraße bislang zusammengetragen und verschieden Peditionen verfasst. "Die Stadt hat mit den Gutachten die Vorarbeit geleistet. Jetzt liegt der Ball eindeutig bei der Politik. Sie muss entscheiden, wie weiter zu verfahren ist, ob das Geld für den Ausbau im Haushalt eingestellt werden soll oder nicht", sagt Bürgermeister Friedhelm Boginski. Die gleiche Position vertritt seine Baudezernentin Anne Fellner. "Wir können die fachlichen Voraussetzungen schaffen. Die Entscheidung aber ist keine Aufgabe der Verwaltung, sondern der Politik", hatte sie beim jüngsten Unternehmerstammtisch gesagt.
Während sich die Biesenthaler Stadtverordneten inzwischen zu einer klaren Aussage bekannt haben, schieben die Eberswalder Kommunalpolitiker eine eindeutige Entscheidung seit Monaten vor sich her. Jetzt ist die Telekomstraße auch zu einem Wahlthema geworden. So heißt es bei der SPD: "Die Telekomstraße ist eine traditionelle und für viele Bürger und Gewerbetreibende wichtige Ortsverbindung. Für deren schrittweise Ertüchtigung und Wiedernutzung treten wir weiterhin ein."
Ein deutliches Votum gibt es auch bei den Christdemokraten. Auf ihrem Kreisparteitag gab es eigens zur Telekomstraße sogar einen mehrheitlich beschlossenen Änderungsantrag: "Die CDU setzt sich für den Ausbau der sogenannten Telekomstraße und damit der Schaffung einer mit Kraftfahrzeugen befahrbaren Verbindung zwischen Eberswalde-Finow und Biesenthal als direkte Verbindung des Ober- und Niederbarnim ein. Der Ausbau soll dabei möglichst umwelt- und naturschonend sein sowie finanziell für die beteiligten Kommunen und für die anliegenden Bürger im vertretbaren Rahmen liegen. Grundlage des Ausbaus soll eine vorhergehende Kosten-Nutzen-Analyse sein, die ein positives Votum für den Ausbau zulässt." Hinsichtlich der Lärmbelastung für die Anwohner sprechen sich die Christdemokraten für ein Tempolimit und gegen jeglichen Schwerlastverkehr aus. Der Landkreis, so eine weitere Forderung, sollte sich finanziell stärker als vom Kreistag beschlossen, beteiligen. Darin sieht Vizelandrat Carsten Bockhardt derzeit überhaupt kein Problem. 300 000 Euro liegen seit zehn Jahren in der Rücklage auf Eis und bringen dort noch nicht einmal Zinsen. "Wir wären auch bereit, einen höheren Betrag zu zahlen", hatte Bockhardt beim Unternehmerstammtisch in Aussicht gestellt.
Die neu gegründeten Wählergemeinschaften "Bürger für Eberswalde" und "Die Unabhängigen" hingegen sehen keine Eile, die Telekomstraße auszubauen. Während die "Bürger für Eberswalde" das Geld lieber im Freizeitbad baff anlegen möchten, gibt es für "Die Unabhängigen" genügend Straßen in der Stadt, die vorher in Ordnung gebracht werden sollten.
Wie dem auch sei, noch ist die Telekomstraße eine Landesstraße. Damit liegt auch die Frage der Finanzierung erst einmal in Potsdam.
Hoheit über Ortsverbindung liegt noch immer beim Land