Der waschechte Finower begann Ende 1969 mit dem Tischtennis-Sport bei der BSG Stahl Finow. Sein damaliger Übungsleiter war der im Vorjahr verstorbene Siegfried Guhl, bei dem er die ersten Schritte der Sportart erlernte. Schnell wurde sein Talent und das gute Händchen für das Tischtennisspiel bereits nach wenigen Trainingseinheiten erkannt. Nach einigen Monaten stellten sich bereits die ersten kleinen Erfolge im Spielbereich des ehemaligen Bezirks Frankfurt ein. In den Folgejahren eilte er bei Nachwuchsturnieren im Einzel und mit der Mannschaft auf DDR-Ebene von Erfolg zu Erfolg, sammelte unzählige Medaillensätze. Schnell wurden auch die Trainer der DDR-Nachwuchsteams auf den Finower aufmerksam und luden ihn zu Lehrgängen ein. So reifte er zu den besten Spielern seiner Altersklasse im DTTV der DDR, entwickelte seine spielerischen Fähigkeiten kontinuierlich in den Trainingseinheiten weiter.
Bis an die DDR-Spitze
Da war es nicht verwunderlich, als Holm Kirsten später zum Stammspieler in die erste Finower Männermannschaft aufrückte. Hier reifte er in der höchsten Spielklasse der DDR (Oberliga) zu einem der Spitzenspieler und gewann mit Finow 1982/83 und 1983/84 zwei der sechs Finower DDR-Mannschaftsmeistertitel. Teamkameraden waren zu dieser Zeit Siegfried Lemke, Hans-Jürgen Ries, Siegmar Bessert, Horst Nießner und sein Bruder Erik Kirsten.
Beeindruckend, damals wie heute, ist sein Superballgefühl und das sehr temperierte Angriffsspiel, gepaart mit platzierten Top Spin. Besonders gestandene Abwehrspieler fürchten seine Angriffe. Die Leistungen weckten auch schnell Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen und so spielte er dann auch z. B.  einige Zeit beim damaligen Oberligisten BMK Ost Fürstenwalde, wo er mit seinem Finower Mannschaftskameraden Hans Jürgen Ries das Top-Duo der Spreestädter bildete. Nachdem er wieder nach Finow gewechselt war, konnte er 1987/88 und 1988/89 zwei weitere Mannschaftsmeisterschaften mit Bernhard Thiel, Siegfried Lemke, Horst Nießner und Erik Kirsten feiern. Unter den Zuschauern waren zu den Punktspielen auch regelmäßig seine Eltern, die leider verstorben sind, die mit ihren Jungs Holm und Erik sowie der gesamten Finower Mannschaft mitfieberten.
Mit der Joachimsthalerin Conny Sauermann, die oft in Finow trainierte und für das Spitzenteam von Lok Prenzlau spielte, gewann er in den Jahren vor der Wende drei DDR-Meistertitel im Mixed-Doppel. Ein besonderer Höhepunkt war für den Finower die Reise  mit der DDR-Nationalmannschaft nach Nordkorea in dieser Zeit. Auch gesundheitliche Probleme meisterte "Holmi" mit  Bravour, kämpfte sich immer wieder eindrucksvoll an die Tischtennis-Platte zurück.
Landesmeistertitel nach der Wende, Teilnahme an Deutschen Meisterschaften sowohl später auch erfolgreich an Deutschen und internationalen Seniorenmeisterschaften stehen auf seiner Habenseite. In der Finower Mannschaft, die nach dem unglücklichen Abstieg aus der Oberliga im vergangenen Spieljahr zurzeit in der Verbandsliga des TTV Brandenburg spielt, ist er mit seinem TTC Finow klar wieder auf direkte Rückkehr in die Oberliga voll im Soll. Der TTC ist ohne Minuspunkt souveräner Tabellenführer der Verbandsliga und niemand zweifelt an der Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg. Dabei ist der Kapitän Holm Kirsten, der am Sonntag noch im Punktspiel an der Platte stand, immer noch eine feste Größe und an Position zwei einer der besten Aktiven im Einzel und mit Bruder Erik im Doppel eines der besten Duos.
Tischtennis verrückte Familie
Übrigens, die Familie von Holm Kirsten ist eine verrückte Tischtennis-Gemeinde, denn neben Bruder Erik Kirsten sind auch die zwei anderen Brüder Bernd und Roland Pauli aktiv. Dazu gesellen sich noch die Neffen Marcus und Stephan Pauli im Finower Männerbereich sowie Sven Pauli in Bayern. Auch die älteren Geschwister Jürgen und Raimund Pauli waren einst an der Platte im Einsatz. Seine erwachsenen Kinder, Tochter und Sohn, haben allerdings mit dem Tischtennis­sport nur bei Familientreffen etwas zu tun. Dann herrscht Hochbetrieb und eine dufte Stimmung in der Heinz-Seeger-Halle.
Aber auch in anderen Sportarten ist Holm Kirsten sehr talentiert. So macht er im Fußball oder Tennis keine schlechte Figur und hätte wohl auch dort seinen sportlichen Weg gemacht. Beruflich ist Holm Kirsten ein begnadeter Handwerker, bei der Car­sten Müller Steuerungstechnik GmbH als Servicetechniker tätig, und für die Firma dort mit seinem weißen Werkstattwagen in der Woche und häufig an Wochenenden in Bereitschaftsdiensten auf Tour. "Wir alle im Verein wünschen Holm alles Gute und vor allem Gesundheit, hoffen weiterhin auf die starken Leistungen als Spieler in unserer ersten Mannschaft", so Finows Vereinschef Jürgen Krenz.