Am 12. Oktober in den Morgenstunden war die 39 Jahre alte Alia M. in Eberswalde bei dem Versuch getötet worden, einer 31 Jahren Frau aus Albanien gegen deren gewaltbereiten Ehemann beizustehen. Der Tat dringend verdächtigt ist laut Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ein 39 Jahre alter Mann aus Albanien.
Das Tötungsdelikt hatte in Eberswalde zu einer Debatte über die Verrohung der Gesellschaft geführt. Es sei fatal, dass Zivilcourage solch brutalen Folgen habe. Zudem aber ist eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst worden, die vor allem der sechs Jahre alten Tochter und dem acht Jahre alten Sohn von Alia M. galt, die in Deutschland keine weiteren Verwandten hatte und alleinerziehend gewesen war. Drei Freundinnen hatten eine Spendenaktion für die Kinder initiiert.

Spendenaktion über Paypal

„Die Ermittlungen zum Tathergang sind im vollen Gange“, sagt Ingo Kechichian, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder). Dem Verdächtigen werde nach wie vor vorgeworfen, ein Tötungsdelikt verübt zu haben. Von Mord sprach die Behörde ausdrücklich nicht.
Unterdessen ist die Spendenaktion abgeschlossen, die über den Zahlungsdienstleister Paypal gelaufen war. Bis zum 1. November waren von 177 Spendern alles in allem 4460 Euro aufgebracht worden. Die angestrebten 5000 Euro wurden damit knapp nicht erreicht.
Die Kinder von Alia M. gehen nach Berichten aus dem Freundeskreis der Getöteten inzwischen wieder in ihre angestammte Schule. Eine Bestätigung der Schuleitung gibt es dafür jedoch nicht. Die Mitschüler waren belehrt worden, das Mädchen und den Jungen unter keinen Umständen auf das Verbrechen gegen ihre Mutter anzusprechen.