Noch ist es ruhig im Hafen in Eberswalde. Im ersten Quartal des Jahres seien die Mitarbeiter vor allem mit Wartungsarbeiten und Reparaturen sowie mit Winterdienst innerhalb der Technischen Werke beschäftigt. "Der Hafenbetrieb", so sagt Geschäftsführer Horst Schaefer, "ist ein stark von der Witterung abhängiges Geschäft. Im Grunde genommen müssen wir innerhalb von neun Monaten das Jahresergebnis erwirtschaften."
Während er sich für die Schwimmhalle baff, die ebenfalls zu den Technischen Werken gehört, einen klirrend kalten Winter wünscht, wäre für den Hafen ein milder förderlich. "Aber: Wir haben es ohnehin nicht in der Hand", sieht der Geschäftsführer die Launen Petrus' relativ gelassen. Zudem spiele neben der Witterung die Bautätigkeit für den Hafen eine große Rolle. Und üblicherweise komme die im Winter "fast zum Erliegen". "Die Unternehmen planen langfristig", so Schaefer aus Erfahrung.
Die Crew des Hafens habe nur sehr bedingt Einfluss auf den Umschlag und den Umsatz. "Wir sind in erster Linie ein Dienstleister. Wir sind abhängig von der Handelstätigkeit und der Produktion der umliegenden Firmen", macht der TWE-Chef deutlich. Temporäre Baustellen in der Region etwa würden das Geschäft deutlich beleben. Der viel diskutierte Neubau der Bundesstraße 167 in Eberswalde beispielsweise "wäre gut für uns", für die Verkehrssituation der Stadt freilich auch. Momentan lebe der Hafen vom Schüttgutumschlag.
397 000 Tonnen an Gütern wurden im vorigen Jahr in Eberswalde umgeschlagen. Das sei gegenüber dem Vorjahr eine "leichte Steigerung", ein Plus von etwa 25 000 Tonnen. In den besten Jahren erreichte der Binnenhafen bislang einen Umschlag von etwa 600 000 Tonnen.
Sogenannte Stückgüter gebe es nur "vereinzelt". Hauptgüter seien zum einen landwirtschaftliche Produkte - wie Getreide, Soja und Düngemittel - sowie Bau- und -zuschlagstoffe - vor allem Kies, Sand und Wasserbausteine. Etwa 50 Prozent der Tonnage werde über den Schiffsumschlag realisiert. Wobei es deutlich mehr Schiffsabgänge, also Beladungen, als Schiffseingänge gebe, so Schaefer, dank auch der beiden in unmittelbarer Nachbarschaft ansässigen Firmen Mega Tierernährung sowie HaGe Nord, zwei "gute Kunden", wie Schaefer sagt. Getreide von HaGe (ehemals Märka) werde im Hafen verladen. Der Großteil der Güter gehe in Richtung Westen, etwa nach Hamburg, so der Geschäftsführer.
Der Hafen Eberswalde war Ende der 1990er-Jahre am Oder-Havel-Kanal, auf dem Gelände einer ehemaligen Panzerkaserne, errichtet und im Jahr 2000 eröffnet worden. "Wir sind von Anfang an trimodal aufgestellt. Das heißt: Es stehen alle drei Transportwege offen, Wasserstraße, Schiene und Straße." Der Umschlag vom Schiff auf den Bahnwaggon (oder auch ins eigene Zwischenlager) sei genauso möglich wie die Verladung vom Lkw oder von der Schiene aufs Schiff. Der Binnenhafen ist mit einem eigenen Gleis sowie Anschluss ans Netz der Deutschen Bahn ausgestattet. Der Hafen beschäftigt fünf Mitarbeiter, die für die neue Saison gerüstet sind.