Ein Aussichtsturm ist auch eine Vision, die die gleichnamige Stiftung gern in die zukünftigen Waldwelten zwischen Spechthausen und Eberswalde pflanzen würde. Dieser Turm wäre allerdings aus Holz und eher einem Gradierwerk denn einem grazilen Burgturm oder Minarett ähnlich wie einst der zerstörte Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm.
Lassen sich die beiden Ideen in Eberswalde irgendwie miteinander vereinen? Der Heimatverein begab sich am Dienstagabend in der Bierakademie auf die Suche nach einer Antwort. Gemeinsam mit Bernhard Götz, dem wissenschaftlichen Leiter des Forstbotanischen Gartens. Er informierte die Vereinsmitglieder ausführlich über das Projekt Waldwelten der 2010 in Eberswalde gegründeten Stiftung. Auf einer Waldfläche von zirka 150 Hektar zwischen Eberswalde und Spechthausen werden in den nächsten Jahrzehnten fremdländische Waldformationen gepflanzt. Diese dienen der Erforschung möglicher Folgen der vorhergesagten Klimaveränderungen auf die heimischen Wälder. Das Konzept knüpft an die knapp 60-jährigen Versuchsbauten von Professor Horst Lyr, dem ehemaligen Direktor des Forstbotanischen Gartens, an und an einen Beschluss des Rates der Stadt Eberswalde aus dem Jahr 1988.
Götz sagte, die Idee des Baus eines Aussichtsturmes verbindet den Verein für Heimatkunde und die Stiftung. Im Konzept der Stiftung kommt der Aussichtsturm beim Thema Erlebniswelt ins Spiel, allerdings an einem anderen Standort als beim Verein. Die Idee, zwei Aussichtstürme bauen zu wollen, hält Götz für „phantastisch, aber sehr gewagt“. Er könne sich allerdings vorstellen, die Idee des Vereins zu unterstützen. Der von Vereinsmitgliedern ins Auge gefasste Turmstandort liege zwar außerhalb des derzeitigen Waldwelten-Areals, aber in einem angrenzenden Wald.
Die Stiftung will Forschung, Kultur und Bildung für Besucher erlebbar machen. Sie widmet sich der forstwissenschaftlichen Forschung, der waldnahen Umweltbildung und der Förderung naturnaher Kultur- und Gesundheitsangebote. 500 Buchen sollen am 26. März während des Frühjahrsputzes in Eberswalde von Waldfreunden aus Berlin auf den Pachtflächen der Stiftung gepflanzt werden. Zuvor wird das Areal von Unrat befreit.