Die Nachricht vom Verkauf der ehemaligen Brauerei kam selbst für die Stadt überraschend. Die hatte nämlich bereits zu Beginn des Jahres mit der REWE-Group einen Investor gefunden, die das Gelände in einen 1500 Quadratmeter großen Verbrauchermarkt umgestalten will. Die unter Denkmalschutz gestellten Bauten sollten darin integriert werden. „Über den Grunderwerb sind sich Investor und Eigentümer weitgehend einig. Der Notarvertrag wird gerade ausgearbeitet“, hatte Baudezernentin Anne Fellner dem Bauausschuss noch im Februar mitteilen können.
Dirk Margenau hat inzwischen andere Tatsachen geschaffen. „Wir haben das Grundstück an die Schomaker Baugruppe aus Dörpen verkauft. In Eberswalde ist die Firma keine unbekannte mehr“, sagt Dirk Margenau auf MOZ-Nachfrage. Die Schomaker Baugruppe aus dem Landkreis Emsland hat mit dem Neubau des Arbeitsamtes in der Bergerstraße bereits ihre Handschrift in Eberswalde hinterlassen. Ob das Unternehmen die bisherigen Pläne der Stadt eins zu eins übernimmt, kann Margenau nicht sagen. Nach Gesprächen mit dem neuen Eigentümer sei er allerdings guter Dinge, fügt er hinzu.
Verhandlungen laufen inzwischen auch zwischen der Schomaker Baugruppe und der REWE-Group. Die erste Runde, bestätigt Baudezernentin Anne Fellner, sei sehr gut gelaufen. Der Teufel aber stecke bekanntlich im Detail, bezieht sie sich auf die Entscheidung der Denkmalbehörde. Die hatte im vergangenen Jahr Sudhaus, Kessel- und Maschinenhaus, Schornstein sowie Kellergewölbe unter Schutz gestellt. Aus diesem Grunde musste die Planung für den neuen Einkaufsmarkt mehrfach überarbeitet werden.
In Abstimmung mit der Denkmalbehörde konnte schließlich Einigung erzielt werden. So war unter anderem vorgesehen, das Sudhaus zu einem attraktiven Eingang mit Backshop und kleinem Café umzugestalten. Alle anderen denkmalgeschützten Teile sollten ebenfalls in den Verbrauchermarkt integriert werden. Die bauplanerische Lösung gehört allerdings dem Architekten der REWE-Group. Das gilt auch für die Integration des im Keller befindlichen Winterquartiers verschiedener Fledermausarten. Die streng geschützten Säugetiere brauchen auch in der kalten Jahreszeit eine frostfreie, aber erheblich luftfeuchte Unterkunft. Dafür wurde ein Teilerhalt des Kellers vereinbart. „Wir hoffen natürlich, dass Investor und der neue Eigentümer zu einer Einigung gelangen. Wir sind optimistisch, dass wir das Projekt an der Eisenbahnstraße trotzdem umsetzen können“, so Anne Fellner, die den Kontakt zu beiden Seiten nicht abreißen lässt. Dass die Brache an der Eisenbahnstraße weiter dem Verfall preisgegeben bleibt, hofft sie indessen nicht.
Wilhelm Schomaker, der Senior der Baugruppe, war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Der Kaufvertrag, den er mit Margenau geschlossen hat, bedarf noch der Zustimmung der Stadt.