Wieder ist es passiert. Constanze Simon, Leiterin der Oberförsterei Eberswalde, ist über die Unverfrorenheit einiger Zeitgenossen erschüttert. Riesige Berge an Bauschutt und Asbest wurden in den Barnimer Wäldern aufgefunden.
An den Pechteichen zwischen Finowfurt und Zerpenschleuse im Revier Biesenthal hat sich ein Betrieb seiner Asbestberge entledigt. Hinter dem Eberswalder Zoo am ehemaligen Verladebahnhof liegen überdimensionale Haufen voller Schutt. Am Lottschesee im Revier Biesenthal hat eine Firma gleich ihre Bigpacks abgekippt – voll mit Bauschutt und Steinen. Zwischen Wandlitz und Schönwalde an der L100 ebenso. Die Entsorgungskosten trägt nun die Allgemeinheit.
Mehr als 30 Fotos liegen auf der Internetseite der Müllstreife, die gemeinsam von Barnimer Dienstleistungsgesellschaft und dem Landkreis betrieben wird. Sogar eine App zum Melden großer Ablagerungen gibt es.

Millionenschaden durch illegale Müllablagerungen im Barnim

Die Müllstreife holt die illegalen Müllablagerungen und den Sondermüll aus den Wäldern und sorgt für die Entsorgung. Für die Forst Brandenburg und die Revierförster sind diese Funde ein großes Ärgernis. Deshalb sollte jeder, der ein Haus abreißen oder sanieren lässt, die Papiere der Fachfirma im Nachgang kontrollieren. Denn sachkundige und fachgerechte Entsorgung lässt sich auf den Recyclinghöfen dokumentieren. Und natürlich kostet sie Geld. Wer kostenfreien Abriss anbietet, entsorgt den Müll später nicht.
Die Recyclinghöfe hatten auch während der Corona-Pandemie ab November im Barnim für Fachbetriebe geöffnet. Seit März sind sie wieder für alle Barnimer offen.
787 Meldungen sind 2020 über die App bei der BDG eingegangen. 56 Mal lag Asbest im Wald, das waren 41 Tonnen, 77 Mal Bauschutt, 165 Tonnen. 200.000 Euro kostet das laut Christian Mehnert, Chef der Kreiswerke Barnim. 619 Tonnen Müll hat die Müllstreife allein 2019 aus Barnimer Wäldern geholt, 280 Tonnen bis Sommer 2020. Wer etwas beobachtet hat, sollte sich unbedingt bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde im Landkreis Barnim oder bei der Polizei oder Forst melden.