Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Dienstag auf Nachfrage. Der 37-Jährige war schon am Montag dem Haftrichter vorgeführt worden und befindet sich daraufhin nun in Untersuchungshaft. Bei der Festnahme von Marcel C. habe es keine Probleme gegeben, hieß es. Von einem Geständnis ist bislang nichts bekannt. Der Haftantrag der Staatsanwalt lautet auf Totschlag.
In Widersprüche verwickelt
Letztlich habe sich der Tatverdächtige in Widersprüche verwickelt, die nicht zu den Ergebnissen der Kriminalpolizei gepasst hätten, erklärte Peter Köhnen, Ermittler im Mordfall, im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung. Es wird davon ausgegangen, dass der Verdächtige seine Frau Katja C. am Abend des 2. August in ihrer gemeinsamen Wohnung aufgesucht und getötet hat – der Abend, bevor ihre Leiche dort gefunden wurde. Das Paar lebte zu diesem Zeitpunkt getrennt voneinander. Die drei Kinder hatten die Nacht beim Vater verbracht. Marcel C. war seinerzeit in einer Wohngemeinschaft untergekommen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung des Paares im Leibnizviertel liegt.
Von dort hatte es Marcel C. also nicht weit zum Opfer. Er habe sich laut Ermittler auch nicht herausgeschlichen, sondern seine Bleibe ganz offiziell verlassen. Kurz nach seinem Besuch soll der Verdächtige Katja C. mehrfach versucht haben anzurufen – ohne Erfolg. Die Anrufe nicht zu erwidern oder nicht zurückzurufen, sei untypisch fürs Opfer gewesen, sagt der Ermittler. Offenbar war die Frau zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Dass eine weitere Person die Wohnung hätte aufsuchen und die Tat begehen können, halten die Ermittler für unzutreffend. Knackpunkt: die kurze Zeit zwischen dem Besuch und den vergeblichen Anrufen des Ehemannes.
Anfangs nur Zeuge
Die 30-Jährige sei außerdem vorsichtig gewesen und hätte Unbekannten nicht ohne Weiteres die Wohnungstür geöffnet, meint der Ermittler. Erst am nächsten Morgen soll sich Marcel C. an die Schwester von Katja C. gewandt haben, die schließlich mit ihm und dem Vater des Opfers die Wohnung aufsuchte.
Katja C. soll erwürgt worden sein. „Angriff auf den Hals“, so Köhnen offiziell über die Art der Tötung. „Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde der Verdächtige lediglich als Zeuge vernommen“, berichtet der Polizist. Irritationen habe es anfangs aufgrund eines stark alkoholisierten Mannes im Stadtbild gegeben, der als Täter mittlerweile zu hundert Prozent ausgeschlossen wird.
Was das Motiv des nun festgenommenen Mannes angeht, müssen dessen Äußerungen  abgewartet werden. Bisher gebe es nur Annahmen. „Wir wissen es nicht genau“, sagt Köhnen. Die Ermittlungen seien, so die Staatsanwaltschaft, auch nicht beendet.
Erweist sich Marcel C. tatsächlich als schuldig, wird die Frage bleiben, wie er die Tat über einen Zeitraum von drei Monaten und offenbar auch darüber hinaus für sich behalten konnte. „Es gibt Täter, die können mit der Schuld nicht leben und gestehen sofort. Dann gibt es solche, denen können Sie ein Video zeigen und sie streiten es immer noch ab“, berichtet Peter Köhnen aus seiner Erfahrung.
Die drei Kinder des Paares sollen bis zum Tag der Festnahme beim Verdächtigen gelebt haben, waren aber nicht dabei. Das Jugendamt kümmert sich nun um den Fall. Die Polizei nahm den Ehemann der Toten an seiner Arbeitsstelle für eine Reinigungsfirma in Gewahrsam.