Nur Gucken, nicht anfassen im Swingerclub

Wegen der Abstandsregelung im Zuge der Coronapandemie ist das mit dem Swingerclub nur nicht so einfach. "Wir dürfen noch nicht", sagt Seegers und verweist auf die Umgangsverordnung. Seit der Schließung im März arbeitet er wieder in seinem alten Beruf als Elektriker. Seine Frau Melanie Seegers (44), sonst ebenfalls im Falkenberger Club für Swinger und Paare tätig, hilft in der alten Firma ihres Mannes, die dieser bislang nicht abgemeldet hatte.
Trotzdem könnte auch das Red Castle auf unbestimmte Zeit wieder öffnen. "Wir entwickeln gerade ein Konzept für andere Veranstaltungen für weniger als 100 Personen", erklärt Peter Seegers. Dort solle es dann "gesitteter zugehen", für Menschen, die sich einfach treffen wollen und wo es mehr darum geht, anderen zuzusehen und gesehen zu werden. "Die Hälfte unserer Besucher sind eh verheiratet", sagt Seegers. 50 Prozent kämen, um andere beim Sex zu beobachten oder sich dabei beobachten zu lassen.
Noch sei kein Investor in Sicht, für die Gastronomie im Jagdschlösschen allerdings wäre etwas im Gespräch. 9000 Euro Soforthilfe, die es für den Swingerclub gab, sei der buchstäbliche Tropfen auf den heißen Stein gewesen. "Die sind im ersten Monat verdampft", sagt der Betreiber des Etablissements. Das sei die Summe, die monatlich für Kredite und laufende Kosten anfalle. Und es habe zwei Monate gedauert bis das Geld floss.

Abstandsregeln gelten auch im Swingerclub

Nun heiße es Zähne zusammenbeißen. Denn selbst den Club für Wellness-Gäste zu nutzen, macht aus Sicht des Betreibers noch keinen Sinn. Schließlich seien die Whirlpools im Haus dazu da, dass sie von mehreren genutzt werden. Würden nur zwei Personen hineingehen, wären die Betriebskosten am Ende womöglich höher als die Einnahmen. Ähnlich verhält es sich mit den Saunen, wo ein Abstand von 1,5 Metern bei der Nutzung durch mehrere Personen kaum möglich wäre.