Zwei Menschen sind beim Autounfall auf der A11 bei Joachimsthal am vergangenen Sonnabend ums Leben gekommen, als ein Pkw durch die 50 cm hohe Mittelleitplanke aus Beton in den Gegenverkehr krachte (Den Unfallbericht lesen Sie hier). Zum wiederholten Mal musste das Baustellennadelöhr gesperrt werden. Es kam zum Mega-Stau. Ein Autofahrer, der das miterlebte (Name der Redaktion bekannt), spricht nun gegenüber der MOZ von mangelndem Krisenmanagement und fehlenden Wendemöglichkeiten, die vor solchen Baustellen eingerichtet sein müssten.

Unfallaufnahme dauerte laut Polizei 8 Stunden

Gegen 21 Uhr waren die Rettungskräfte alarmiert worden. Etwa um diese Zeit fuhr der MOZ-Anrufer in den Stau. Erst um 2 Uhr sei ein Mittelteil zur Gegenfahrbahn geöffnet worden, so dass der Verkehr Richtung Berlin nun immerhin nach Pfingstberg umkehren konnte.
Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, habe die Unfallaufnahme von 21 Uhr bis 5 Uhr gedauert. „Niemand stand die gesamte Zeit im Stau“, sagt Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß. Ab 22.20 Uhr seien Nottore an der Begrenzung der Fahrspuren geöffnet worden. Es seien zunächst Pkw und Kleintransporter abgeleitet worden, „was mit der nötigen Vorsicht auch viel Zeit in Anspruch genommen hat“, so die Polizeisprecherin. Offenbar wurde die Autokolonne, in der der MOZ-Anrufer steckte, kurz vor der Baustelle erst knapp vier Stunden später auf die Gegenfahrbahn gelassen.

Nottore sollen auch Stau abbauen

Die Nottore in Abständen von 1000 Metern gibt es im Baustellenbereich des Autobahnabschnitts seit ungefähr sechs Monaten. Sie sollen Rettungskräften schnelles Durchkommen ermöglichen und auch Stau abbauen. Die Schwierigkeit beim Unfall vom Sonnabend habe darin bestanden, dass sich dieser über beide Fahrtrichtungen erstreckte, so die Polizei. Eine generelle Wendemöglichkeit auf der Autobahn sei ein unkalkulierbares Unfallrisiko.
In puncto Krisenmanagement wird an die Rettungsleitstelle verwiesen. Dort wird mitgeteilt, dass über die Hilfe der Menschen im Stau situativ entschieden werde. Das könne etwa bei extremer Hitze der Fall sein, um die Wartenden mit Flüssigkeit zu versorgen. Zu diesem Zweck könnten Hilfsorganisationen unterstützen, die den Stau mit dem Motorrad abfahren. Solche Einsätze seien auch davon abhängig, ob entsprechende Notrufe von der Staustelle beim Rettungsdienst eingehen.

Autofahrer sollen an Baustelle auf A 11Tempolimit einhalten

Noch bis 26. November bleibt die Verengung durch die Baustelle auf der A11 bestehen. Wie es seitens des Landesbetriebs Straßenwesen heißt, laufen die Arbeiten planmäßig. An Autofahrer wird appelliert, das Tempolimit einzuhalten, das nun im Baustellenbereich auf 40 km/h festgesetzt wurde.
Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, haben sich auf der A11 zwischen den Anschlussstellen Joachimsthal und Pfingstberg von Januar bis August bereits 31 Unfälle in nördlicher Richtung und 48 in südlicher Richtung ereignet. In insgesamt zehn Fällen hatte es Verletzte gegeben. Zwei Mal wurden Personen schwer verletzt. Der Unfall vom Sonnabend war der erste, der Menschenleben forderte.