"Wir klagen doch alle immer wieder darüber, dass uns der Stress auffrisst und dass wir vor lauter Verpflichtungen für uns selbst keine Zeit mehr haben", sagte Ann-Kathrin Kutzenberger, die als Pfarrerin in Ausbildung für die Stadtkirchengemeinde arbeitet und den Kurzurlaub im Kloster als einen Bestandteil ihrer Examensarbeit organisiert hat. Bisher haben sich zu vergleichbaren Aktionen nur die Konfirmanden getroffen, diesmal waren vor allem die Erwachsenen dran: Sie nahmen sogar um Mitternacht und um 6 Uhr in aller Frühe an Andachten im Kirchenschiff teil, zu denen sie durch Glockenschläge gerufen wurden. Sie belegten Workshops, in denen es um handwerkliche Betätigungen wie das Töpfern oder die Holzgestaltung ging, und sie betteten ihre müden Häupter zwar nicht auf harte Pritschen, dafür aber auf auch nicht gerade viel bequemere Luftmatratzen. Die fleischlose Suppe zum Mittag wurde über einem offenen Feuer in einem Topf zubereitet.
"Wir haben unsere Uhren abgelegt und auf Smartphones und Tablets verzichtet", berichtete Veronika Burkhart, die als Studentin an der Eberswalder Hochschule in ihrem überkonfessionellen Hauskreis von der 24-Stunden-Aktion im Kloster gehört und sich auf die Gelegenheit zum Luftholen gefreut hatte. "Der Tag war so erholsam, wie ich es mir erhofft hatte", sagte die Wahl-Eberswalderin, die im Allgäu zu Hause ist.
"So intensiv habe ich die Architektur des Klosters vorher noch nie auf mich wirken lassen", betonte Hans-Georg Kolodziejezak aus Eberswalde, der überdies die Gespräche mit den anderen Mönchen und Nonnen auf Zeit genossen hat. Das strenge Schweigegelübde, zu dem die Zisterzienser verpflichtet waren, galt diesmal nicht.