Im Wintersemester hatten sich die Masterkurs-Studenten der Beuth-Hochschule für Technik Berlin auf Ideensuche für das etwa zehn Hektar große Grundstück begeben, das von der IIC Industrie- und Innovations Centrum GmbH erworben wurde, als deren Geschäftsführer Patrick von Hertzberg fungiert. Der ist in der Region noch als Geschäftsführer des nach zwei Insolvenzen stillgelegten Walzwerkes Finow bekannt und hatte den Gestaltungswettbewerb unter dem Arbeitstitel "Kulturfabrik Finow" ausgelobt. Die durch Professor Holger Kühnel von der Beuth-Hochschule betreuten Architekten in spe ließen sich die hochwillkommene Chance, visionär und mit Praxisbezug zu arbeiten, nicht entgehen.
Bei der Auswertung ihrer Arbeiten, die im Café Wildau vorgenommen wurde, saßen neben dem Professor und Marina Rütten von der Hochschule auch Katja Dörner vom Eberswalder Projektbüro Dörner & Partner und Jan König, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Tourismus im Eberswalder Rathaus, in der Jury. Zudem Patrick von Hertzberg, der zugab, in Sachen Architektur "das unbedarfteste Jurymitglied" zu sein. "Ich sehe mich dafür als großer Motivator und Enthusiast", sagte der Geschäftsführer der IIC.
Die Juroren fanden drei der acht Arbeiten besonders lobenswert, prämierten diese mit je 600 Euro und setzten sie gleichberechtigt auf den ersten Platz.
Der erste Vorschlag, vorgestellt von Kristin Lück und Jan Hendryk Mieritz, zielte darauf ab, das alte NVA-Gelände zu einer Außenstelle der Eberswalder Hochschule zu entwickeln.
Mit einem Mix aus Wassertourismus und Wohnungsbau empfahlen sich Stefan Kruse und Joans Chevalley. Zudem sprachen sie sich für einen multifunktionellen Veranstaltungsort, eine Markthalle und ein Museum für Frühindustrialisierung aus. Und Tim Wallstab und Jürgen Wolff schwebte ein "Neuer Hafen Finow" vor, der die Schwerpunkte Wassertourismus und Dienstleistungen rund ums Boot vereint.
Mit den Kosten haben sich die Studenten nicht beschäftigt.
"Wir werden die Ergebnisse des Wettbewerbes intern noch einmal auswerten", kündigte Patrick von Hertzberg an. Es gehe darum, die Genehmigungs- und Förderfähigkeit der einzelnen Projektansätze mit der Stadt Eberswalde und mit der Landeshauptstadt Potsdam abzuklären, erklärte der IIC-Geschäftsführer. "Unser Ziel ist es, einen Masterplan zu erarbeiten, der Realisierungschancen hat", sagte er.