Wer immer schon einmal ein Elektrofahrrad ausprobieren wollte, dessen Rahmen aus Holz besteht, bekam auch dazu auf dem Stadtcampus Gelegenheit. Dort stand das von Studierenden des Fachbereichs Holzingenieurwesen entwickelte Gefährt für alle Neugierigen bereit. Auch die drei anderen Fachbereiche der Hochschule, Wald und Umwelt, Landschaftsnutzung und Naturschutz sowie Nachhaltige Wirtschaft, beteiligten sich an der Leistungsschau, die überdies auf dem Waldcampus und im Forstbotanischen Garten für eine Informationsflut sorgte, bei der die Unterhaltung nicht zu kurz kam. Aktuell gibt es 2100 Studierende in Eberswalde, die 17 Studiengänge belegen. Bis zum 15. Juli werden fürs Wintersemester in den zulassungsbeschränkten Studiengängen noch Bewerbungen angenommen. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Interessierten nach unserem Tag der offenen Tür steigt", sagte Stefanie Schulze, die in der Hochschulkommunikation arbeitet.
Doch die Wissensvermittlung und die Feierei waren nur zwei Bestandteile der Veranstaltung. Traditionell nutzte der etwa 130 Mitglieder zählende und von Prof. Jens Pape geleitete Eberswalder Förderverein für Forschung und Lehre den Andrang der Besucher, um seinen Engagementpreis zu verleihen. Erstmals gibt es einen Hauptpreisträger, die SofA-Initiative, und zwei mit Sonderpreisen Geehrte: die Initiative Campusgarten und die Seniorengruppe Forst.
Das Kürzel SofA fasst zugleich das Hauptanliegen der aktuell 20 Studierenden zusammen, die sich seit Herbst 2012 kontinuierlich und ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern: Es geht um Solidarität für Asylbewerber. "Wir geben den Bewohnern des Übergangsheimes in Althüttendorf zwei- bis dreimal pro Woche Deutsch-Unterricht, begleiten sie bei Behördengängen oder zu Arztbesuchen", erzählte die SofA-Mitbegründerin Ina Krahl. Wenn die Kapazität reiche, werde auch den Flüchtlingen geholfen, die im Wohnverbund im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde untergebracht seien. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von 400 Euro sei für die Projektarbeit ungemein wichtig.
Die Initiative strebt eine engere Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch "Willkommen in Eberswalde" an und sucht überdies noch Gleichgesinnte, die mithelfen wollen.
Den momentan um die 50 Campusgärtnern wären weitere Mitstreiter ebenfalls recht. "Wir haben auf dem Wald- und auf dem Stadtcampus Hochbeete angelegt, Sträucherspiralen aufgestellt und Obstbäume gepflanzt", sagte Philipp Bloedorn. Überall haben die grünen Macher Schilder platziert, auf denen "Nimm Dir, was Du wirklich brauchst" zu lesen ist. "Wir wollen zum maßvollen Umgang mit Lebensmitteln anregen und beitragen", betonte Malte Cegiolka. Alles andere wäre dem Anspruch der Hochschule, Nachhaltigkeit zu leben, schließlich abträglich. Die Mitglieder der Initiative haben Beet-Patenschaften verteilt und stellen wöchentliche Gieß- und Pflegepläne auf.
Den Sonderpreis für die Seniorengruppe Forst des Fördervereins nahm deren Vorsitzender Max-Oskar Barucha entgegen. Die gut 60 Mitglieder treffen sich monatlich, um Exkursionen zu unternehmen oder Vorträgen zu lauschen. Zudem tauschen sie sich regelmäßig mit neuen Professoren aus. Das Hauptaugenmerk ihres Einsatzes sei es, die Hochschule zu fördern, hieß es in der Laudatio, die Präsident Wilhelm-Günther Vahrson hielt. Die Sonderpreise sind mit je 200 Euro dotiert.