Die Eberswalder Künstlerin Antoinette zeigt darin rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Kollagen, die sich mit der Geschichte und der Zukunft des europäischen Kontinents auseinandersetzen, mit der Mythologie, die ihm zu Grunde liegt, und den Kräften, die fortwährend um seinen Zusammenhalt ringen.
Doch damit nicht genug: Die acht Wochen sollen eine Zeit des Austauschs werden. Eines Austauschs zwischen den Werken und den Besuchern sowie zwischen den Besuchern und sachverständigem Personal. Aber auch zwischen den Kunstformen. So wird das Team des Eberswalder Filmfests die Schau mit einer Reihe von Vorführungen begleiten.
Bislang sind vor Ort fünf Filmabende vorgesehen. Losgehen soll es am 23. September, 19 Uhr, mit der Doku "Fremd" von Miriam Faßbender. Die restlichen vier Beiträge stehen noch nicht endgültig fest, sollen jedoch allesamt aus der aktuellen Festival-Ausgabe stammen, die vom 1. bis 8. Oktober das Paul-Wunderlich-Haus in Beschlag nimmt.
Für Antoinette ist das Miteinander von Bildender Kunst und Film durchaus naheliegend: "Ich empfinde da eine starke Verwandtschaft", sagt sie bei der Präsentation des Programm am Montag. "Auch ich versuche mit meinen Bildern in ihrer Eingefrorenheit eine Bewegung zu erzeugen."
Doch die beiden Kunstformen sind nicht die einzigen, die im Herbst in der temporären Kunsthalle zusammengeführt werden. So soll das Haus auch zum Hort für Konzerte und Lesungen werden - alles zwischen den Wänden, die ein unlängst gestorbener Eberswalder Architekt entworfen hat. "Thomas Winkelbauer ist für mich hier sehr präsent", sagt Antoinette, die glücklich mit der Wahl des Ausstellungsortes ist. "Die Wände und die Bilder sind eine Symbiose eingegangen."
Ob das Zentrum für erneuerbare Energien auch in Zukunft als temporäre Kunsthalle fungieren kann, ist laut Stefan Neubacher aber noch offen. "Es gibt Ideen, jährlich eine große Ausstellung hier zu machen", sagt der Kulturamtsleiter. Aber das sei noch ein dickes Brett, das es zu bohren gelte.