Papierschlangen, Banner, Konfetti, Luftballons und laute Musik auf dem Schulhof. Noch vor ihren Prüfungen sorgten die Abiturienten für einiges Aufsehen am Eberswalder Humboldt-Gymnasium. Die Erlaubnis dafür hatten sie allerdings, denn es war alles mit der Schulleitung abgesprochen. Der traditionelle Chaos-Tag der Abiturienten am Humboldt-Gymnasium in Eberswalde heißt schließlich nicht von ungefähr so.

An den zwei Chaos-Tagen wurde viel Müll produziert

In diesem Jahr waren es wegen Corona sogar zwei Tage mit je der Hälfte der Schüler – die eine Gruppe kam donnerstags, die andere freitags. Dabei wurde wie in den Vorjahren viel Müll produziert. Die Kritik daran wurde schon im Vorhinein sowohl von den Schülern selbst als auch von Rektor Uwe Kosanke vorgebracht.
Deswegen kamen die Abiturienten auf die Idee, als Ausgleich etwas für die Natur zu tun. Weil der Vater eines Mitschülers Förster ist, wurde beschlossen, 100 Mammutbäume im Wald nahe Oderberg-Neuendorf zu pflanzen.

Jeder Abiturient bezahlte einen Euro

Der Ort und die Bäume sind dabei nicht zufällig gewählt, erklärt Förster Martin Krüger. Schon seit der siebten Klasse sind die Schüler dem Wald eng verbunden und haben in Projekten immer wieder Bäume gepflanzt. So gehen in der gesamten Schulzeit rund 15.000 Buchen auf die Initiative der jetzigen Abiturienten zurück.
Förster Martin Krüger zeigt den Schülern, wie es geht. Anschließend packen die Abiturienten selbst an.
Förster Martin Krüger zeigt den Schülern, wie es geht. Anschließend packen die Abiturienten selbst an.
© Foto: Peter Mertes
Zum Schulabschluss haben sie sich gemeinsam mit Krüger etwas Besonderes einfallen lassen: Es soll auf einem kleinen Gebiet ein Mischwald nach US-Vorbild entstehen. Douglasien wurden bereits gepflanzt, nun kommen noch die Mammutbäume hinzu.
Diese sind extrem langlebig und können Hunderte Jahre alt werden. Die berühmtesten Exemplare in den USA sind teilweise sogar Jahrtausende alt. Das sei laut Krüger prinzipiell auch in Brandenburg möglich, aber nur wenn das Klima mitspiele.