Grund für die Einschränkungen sind Bauwerksuntersuchungen. Diese führt die Firma w+s bau-instandsetzung GmbH an den Schleusen Ruhlsdorf, Leesenbrück, Grafenbrück, Heegermühle und Wolfswinkel seit 6. Juli durch. Darüber informierte Landrat Daniel Kurth während der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Region Finowkanal. Diese Untersuchungen seien eine wichtige Grundlage für den Erhalt der dauerhaften Schiffbarkeit der Wasserstraße. Und: Sie seien vor der Übernahme des westlichen Schleusenpakets durch den Zweckverband notwendig, um deren Bauzustand zu ermitteln und Schlussfolgerungen für die Planung der Grundinstandsetzung der Bauwerke zu ziehen.
Das beauftragte Unternehmen führe Kernbohrungen an Kammerwänden, Häuptern und Schleusensohlen aus und entnehme Bohrkerne. Diese werden dann im Labor analysiert und vor allem in puncto Festigkeit ausgewertet. Aktuell ist das Unternehmen in Ruhlsdorf zu Gange.
Mit dem Ziel, noch in diesem Jahr mit Bewilligung der Landesfördermittel die Gesamtfinanzierung zu sichern, seien die Arbeiten jetzt notwendig, warb Kurth, zugleich Vorsitzender der Verbandsversammlung, um Verständnis für die Sperrungen und Einschränkungen bei den Wassertouristen. An den Wochenenden, von Freitag bis Sonntag, könnten die genannten Schleusen hingegen zu den bekannten Zeiten befahren werden. Dort gebe es keine Begrenzungen.
Anfang 2021 will der Zweckverband besagtes westliches Schleusenpaket vom Bund übernehmen und mit der Grundinstandsetzung starten. Gleichzeitig wird der Zweckverband den Regionalen Förderverein, noch im Auftrag der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) aktiv, in Sachen Schleusenregime beerben.
Auch der Förderverein Unser Finowkanal und der Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld richten ihren Blick bereits auf das Jahr 2021. Coronabedingt ist die Feier zum 400. Jubiläum des Finowkanals bekanntlich ins Wasser gefallen. Weshalb die Enthusiasten um Hartmut Ginnow-Merkert und Karl-Dietrich Laffin 400+1 ins Visier nehmen. So gesehen, kommt denn der Kalender, den der Wasserturm-Verein für 2021 unter dem Titel "400 Jahre Finowkanal" gerade herausgegeben hat, doch noch rechtzeitig.

Hoffnung auf Party 400+1

Seit 2016 legt der Verein einen Kalender auf und rückt dabei unterschiedliche Sehenswürdigkeiten bzw. Jubiläen in Finow in den Fokus. 2020 war es der 100. Geburtstag der Gemeinde Messingwerksiedlung. In Kooperation mit dem Kanal-Verein ist es für 2021 die historische Wasserstraße. Der Entwurf stamme wie in den Vorjahren von Dietmar Schröter, erklärte Laffin bei der Präsentation. Der Kalender nehme den Betrachter anhand der Aufnahmen mit auf den Weg von West nach Ost – von Finowfurt bis nach Niederfinow.
Hartmut Ginnow-Merkert und seine Mitstreiter hoffen unterdessen, dass 2021 die Party tatsächlich nachgeholt werden kann. Mit einem Hafenfest sowie der Einladung von Dampfboot-Kapitänen in der Himmelfahrtswoche. Mit dem Betreiberwechsel und der anstehenden Schleusensanierung gebe es doch in puncto Fahrplan einige Unwägbarkeiten.