Die Zustimmung der Volksvertreter fiel am Ende weit deutlicher aus, als es die drei Änderungsanträge von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU sowie die anderthalb Stunden währende Diskussion erwarten ließen. Die von Eberswaldes Stadtoberhaupt Friedhelm Boginski verfasste Erklärung ist Bekenntnis, Offenbarungseid und Absichtserklärung in einem. Der Finowkanal sei ein wichtiges historisches und identitätsstiftendes Kulturgut, die Aufrechterhaltung der durchgängigen Schiffbarkeit sei eine wünschenswerte Voraussetzung für die weitere touristische Entwicklung der Region, heißt es darin. Zugleich wird der Bürgermeister beauftragt, gegenüber dem Bund zu erklären, dass die Stadt Eberswalde nicht die Finanzkraft besitze, die Aufgaben zu realisieren, die mit der Übernahme der Schleusen am Finowkanal einhergehen würden. Überdies soll sich der Bürgermeister gemeinsam mit den Vertretern der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal bei Landkreis, Land und Bund dafür einsetzen, dass die durchgängige Schiffbarkeit erhalten bleibt. Und Friedhelm Boginksi hat den Auftrag, beim Bund dafür zu werben, dass dieser die Schleusen saniert, damit diese offen bleiben. Des Weiteren steht der Bürgermeister in der Pflicht, gemeinsam mit den Anrainern und dem Landkreis einen Finanzierungsvorschlag für den Betrieb der Schleusen zu erarbeiten.
Zu Beginn der Debatte kam nur von Carsten Zinn, Vorsitzender der Fraktion Unabhängiges Wählerbündnis Eberswalde, ein uneingeschränktes Ja zum Wortlaut der Erklärung. „Wir sind allerdings der Ansicht, dass die Kommunale Arbeitsgemeinschaft völlig neu formiert werden muss“, sagte er.
Der Änderungsantrag der SPD wäre in jeder Hinsicht weitreichender gewesen. Die Fraktion schlug vor, im Eberswalder Haushalt weiterhin Geld für das Aufrechterhalten der durchgängigen Schiffbarkeit bereitzustellen. Des Weiteren hieß es darin, dass die Stadt Eberswalde alles unternehmen werde, um den Bund nicht aus dessen Verantwortung für seine Wasserstraße zu entlassen. Es müsse das Ziel sein, gemeinsam tragfähige Konzepte für die weitere Entwicklung und und Nutzung des Finowkanals zu erarbeiten. „Unser Antrag ist ein Schnellschuss, der nach der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen abgegeben wurde“, räumte Lutz Landmann, SPD, ein. Die Fraktion sehe selbst noch Klärungsbedarf. Deshalb zog Ringo Wrase den Entwurf dann auch zurück.
Für Bündnis 90/Die Grünen, die wesentliche Punkte des SPD-Antrages mitgetragen hätten, ging es zusätzlich darum, den Bürgermeister zu einem Sachstandsbericht aufzufordern, der alle bisher vorgeschlagenen Optionen zur zukünftigen Entwicklung des Finowkanals gegenüberstellt, Ergebnisse und erkennbare Probleme bei den Verhandlungen zur Schleusenübernahme benennt und Vorschläge zum weiteren Verfahren, und einer Neuausrichtung der Verhandlungen unterbreitet
Die CDU hätte mit der Erklärung des Bürgermeisters leben können, brachte aber eine Ergänzung ins Spiel, mit der mehr Druck auf Potsdam ausgeübt worden wäre. „Der Bürgermeister wird beauftragt, sich bei der Landesregierung um die aktive Förderung des Wassertourismus für den Finowkanal zu bemühen“, heißt es in dem Antrag.
Das Land stärker einzubeziehen, hält auch der Bund für eine Option. Im Hauptausschuss hat Sebastian Dosch, stellvertretender Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Eberswalde, erklärt, dass es nur noch kleinere Reparaturen an den Finowkanal-Schleusen geben wird, solange der Bund deren Eigentümer bleibt.