In wenigen Tagen übernimmt der Pflegedienstleister Vivatas offiziell das Serviceangebot im  Wohnhaus für betreutes Wohnen in Altenhof. Bislang haben die Johanniter das Haus mit seinen 44 Wohnungen betreut: Die Bewohner zahlten eine Pauschale von monatlich 72 Euro und bekamen dafür Einkaufsfahrten, gemeinsame Aktivitäten und Unterstützung beim Buchen von Tickets. Am Montag hat das neue Team der Vivatas die Bewohner zum Neujahrsempfang eingeladen. Desiré Rogolin wird die neue Ansprechpartnerin der Senioren vor Ort. In den vergangenen Wochen hat sich die gelernte Krankenschwester bereits bei einigen Bewohnern bekanntgemacht.
Als in Altenhof publik wurde, dass es einen Betreiberwechsel geben wird, war die Aufregung groß unter den Bewohnern. Und auch Wochen später ist die Stimmung im Heim als durchaus durchwachsen zu bezeichnen. Während einige den neuen Servicevertrag mit Vivatas bereits unterschrieben haben, zeigen sich andere unentschlossen oder sogar widerständig.
Wolfgang Riehl gehört zu denjenigen, die den Service der Vivatas nutzen wird. Er glaubt, dass der neue Dienstleister gut sein wird. Gern unterschreiben würde auch Gertrud Tietz. Allerdings sei bei ihr noch niemand vorbeigekommen. So geht es auch Ursula Giese: „Ich würde gern einmal einen Vertrag sehen“, wünscht sich die ältere Dame. Dann könne man das Angebot besser beurteilen. Verärgert zeigen sich die Bewohner allerdings wegen der Preiserhöhung: Die Pauschale steige zwar nur um drei Euro auf 75 Euro pro Monat. Die begehrte wöchentliche Einkaufsfahrt ins Kaufland soll künftig allerdings zehn, statt bisher fünf Euro kosten. Das sind 40 Euro im Monat, meint etwa Wolfgang Riehl. Ziemlich viel, vor allem für Alleinstehende ohne dicke Witwenrente, ergänzt seine Sitznachbarin.„Unser Serviceangebot ist freiwillig“, betont Harald Berger, Geschäftsführer der Vivatas. Kein Bewohner sei dazu verpflichtet. Allerdings müsse klar sein, wer keinen Servicevertrag hat, bekommt auch keinen Service in der altersgerechten Wohnanlage auf dem Berg in Altenhof. Aus diesem Grund befürchten einige Bewohner eine Spaltung der Wohngemeinschaft. So auch Sieglinde Pontius. Da die Vivatas die Bewohner nach dem Motto „Friss oder stirb“ vor die Wahl stellt, könnten künftig einige Bewohner vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, so ihre Befürchtung. Pontius hat daher als Kompromiss vorgeschlagen, dass Bewohner, die keinen Servicevertrag abschließen eine Art Eintritt bei Veranstaltungen  zahlen könnten.
„Wir leisten viel Überzeugungsarbeit“, meint Berger, Geschäftsführer der Vivatas. Er ist optimistisch, dass die meisten Bewohner das Angebot seines Hauses annehmen werden. Die ersten Gespräche waren erfolgreich. Es wurde bereits zahlreich Unterstützung geleistet, etwa bei der Beantragung neuer Pflegestufen.