Mehrere Geschosse und 33 Zimmer soll der Hotelneubau haben. Für einen Teil der Gäste wäre der Blick auf den Werbellinsee inklusive - das Gebäude stünde in erster Reihe an der Altenhofer Uferpromenade.
Die elf Mitglieder des Schorfheider Bauausschusses haben das Vorhaben bereits einstimmig befürwortet. "Die Idee des Investors wird sehr positiv aufgenommen", sagt Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide). Schließlich habe Altenhof "noch die eine oder andere Reserve". Zudem habe der Investor zugesagt, die Kosten für einen Bebauungsplan zu übernehmen.
Über einen sogenannten Aufstellungsbeschluss dafür entscheidet nun das Gemeindeparlament. Die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen fordere der Landkreis. "Aufgrund der Größe des geplanten Vorhabens ist ein Bebauungsplan zwingend erforderlich", bestätigt Oliver Köhler, Sprecher der Barnimer Kreisverwaltung. "Geplant ist der komplette Abriss und Neubau eines Hotels mit Tiefgarage."
Öffentlich hat bei den Beratungen weder im Bauausschuss noch im Altenhofer Ortsbeirat die Vorgeschichte des Investors eine Rolle gespielt. Unumstritten ist Peter K., der in dem Dorf einen Wohnsitz hat, jedoch nicht. Der Bauunternehmer war Ende 2011 ins Visier einer Sonderkommission gegen Schwarzarbeit geraten. Gegen K., eine Frau und weitere sechs Männer erhebt die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main inzwischen Anklage.
Laut Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, geht es um Steuerhinterziehung auf Großbaustellen in Höhe von zehn Millionen Euro. Eine Anklageschrift war 2013 formuliert worden. Mit dem Prozessauftakt am Landgericht Frankfurt/Main sei voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu rechnen, so Möller-Scheu. K.s Firma in Berlin hatte Auskünften aus dem Sekretariat zufolge im Juni 2013 Insolvenz angemeldet.
Peter K. - nicht zu verwechseln mit einem Vornamensvetter, der mit der Altenhof Grundstücks- und Beteiligungsgesellschaft mbH den Wohnpark Altenhof Süd-West, ein ganz anderes Bauvorhaben, vorantreibt - war weder hinsichtlich der Frankfurter Ermittlungen noch in Bezug auf den Neubau am Werbellinsee für eine persönliche Stellungnahme zu erreichen.
In Eberswalde war der Altenhofer Ende 2012 mit einem großen Vorhaben vor den politischen Gremien gescheitert. Damals wollte er am Flugplatz Finow eine Freizeitanlage errichten.
Das Areal in Altenhof, das sich laut Beschlussvorlage des Schorfheider Bauamtes zwischen Uferpromenade, Adolf-August-Straße und dem Gelände des Segel- und Wassersportvereins Werbellinsee befindet, hat K. offenbar in diesem Jahr erworben.
Zuvor war das um 1920 als "Villa Seeterrassen" errichtete Haus vielfach umgebaut worden. So ist es auch kein Denkmal. Um 1930 wurde aus der Villa das Restaurant "Seeterrasse", später "Weißer Hirsch", weiß der frühere Architekt Hajo Steinicke, der sich mit der Ortsgeschichte befasst, zu berichten. In den 50er-Jahren avancierte es zum FDGB-Urlauberheim. Nach 1989 war es in Privatbesitz, wurde zunächst weiter als Café betrieben. Eine Zeitlang lebten Menschen mit Behinderungen darin.
Steinicke, der sich in der Bürgerinitiative "AB 14" für ein Ortsentwicklungskonzept einsetzt, hat nichts gegen das neue Vorhaben einzuwenden. "Wenn der Neubau so erfolgt, wäre das für den Ort positiv", glaubt er. Er wünsche sich, dass ein Gebäude entsteht, das sich gut in die Uferpromenade einpasst und Öffentlichkeitscharakter hat. Auch Ortsvorsteher Wolfram Malkus sagt, er habe noch nichts Negatives über das Vorhaben gehört. "Wer investieren will, den soll man auch nicht bremsen", so Malkus.
Heute Abend entscheidet die Schorfheider Abgeordneten in öffentlicher Sitzung über den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Mit den nächsten Entscheidungen dazu haben sich dann die 18 Nachfolger des bisher 33-köpfigen Gemeindeparlamentes zu befassen. Die Zusammenkunft um 19 Uhr in der Finowfurter Schulaula ist die letzte vor der Kommunalwahl am 25. Mai.