„Wir wollten wenigstens wieder die ersten im Kreis werden“, sagte Christina Wilke am Mittwoch, schon mit einem Siegerlächeln. Mit der fiktiven Gründung der Werbeagentur „Media’n’Touch“ war dem Dreierteam vom Gymnasium Finow weit mehr als das gelungen. Christina Wilke, Christina Flöhr und Jessica Eismann hatten nicht nur bei dem Planspiel im Barnim die Nase vorn. Auch im landesweiten Wettbewerb schnitten sie glänzend ab: Platz zwei.
Alle Aufgaben von der Geschäftsführung bis zum Marketing müssen die Schüler bei der fiktiven Firmengründung selbst übernehmen. Konzept, Finanzplan, Stärken, Schwächen hatten sie aufzuzeigen, zählen die Mädchen auf.
„Dass es hier schon sehr viele Werbeagenturen gibt“, so stellte sich bei ihren Recherchen heraus, war die Schwäche ihrer Idee. Von Vorteil dagegen: Radiowerbung und Promotervermittlung hätten die Eberswalder Agenturen bislang nicht zu bieten. Und genau darauf stürzten sich die Schülerinnen.
Die insgesamt sechs Teams, die am Planspiel in diesem Jahr teilgenommen hatten, kommen allesamt aus Eberswalder Schulen – außer dem Finow Gymnasium von der Oberbarnim-Schule und dem Oberstufenzentrum II des beruflichen Gymnasiums (OSZ II). Auf Rang zwei schafften es Kay Beerbaum, Christoph Pärsel und Sebastian Schwager. Sie gründeten die geheimnisvolle „GmbH des Vertrauens“.
„Wir haben wirklich lange überlegt, was wir machen“, sagt Christoph. Sogar andere Leute befragten die drei Schüler, die den Schwerpunkt Wirtschaft gewählt haben. Dann lag die Idee auf der Hand. Eine Party zu Hause – wie schnell geht es da, sagen sie, dass das Grillfleisch ausgeht, zum Beispiel. Sie würden als Firma mit Fastfoodketten kooperieren und den Kunden das fehlende Partyzubehör kurzfristig beschaffen. Ihre Mitschüler, die auf dem dritten Platz landeten, stiegen dagegen fiktiv in die Dienstleistungsbranche ein. Sie wollten in Bekleidungsgeschäften etwa von Kunden angeforderte Abendkleider ausleihen.
500, 400 und 300 Euro gab es für die drei Gewinnergruppen. Nicht zwangsläufig einheitlich zu teilen – „das Gießkannenprinzip ist nicht sinnvoll“, gab Uwe Riediger, Vorstandsvize der Barnimer Sparkasse, bei der Übergabe zu bedenken. Die Siegerinnen mochten sich daran nicht halten. „Wir teilen durch drei und ziehen was für die Blumensträuße für unsere Betreuerinnen ab“, sagen sie. Verplant ist das Preisgeld ohnehin. Jessica will es anlegen, für Christina Flöhr ist es das Feriengeld. „Mein Anteil wird in mein erstes Auto fließen“, sagt Christina Wilke.
Wenn sie mal eine Firma gründen will, gibt es schon mal einen Ansatz, sagt sie. Und auf jeden Fall taucht der Preis im Lebenslauf auf.