Das kommt bei vielen Kleingärtnern gut an. "Ich interessiere mich für alles, was hier liegt", sagt die Eberswalderin Christine Stuhlert. "Vor allem suche ich unbehandeltes Saatgut, Pflanzen, die aus dem Tütensamen oft nicht mehr so gelingen."
Mitgenommen hat die 68-jährige Hobbygärtnerin unter anderem Kürbissamen, "zwei verschiedene Sorten Hokkaido". Sie sei leider unvorbereitet gewesen, "so habe ich im Sommer nichts gesammelt", sagt sie. Im nächsten Jahr wolle sie auf jeden Fall selbst Tauschgut mitbringen.
Es geht auch ohne. Ein Anliegen der Börse sei, dass die Besucher vor allem ihre Erfahrungen mit verschiedenen Pflanzen austauschen können, sagt Mitorganisator Glenn Rossow. Dass der Saatgutmarkt von großen Konzernen aus Europa und den USA beherrscht wird, treffe weltweit die Landwirtschaft. "Die Konzerne nutzen ihre Marktstellung aus, um Bauern ihr Saatgut, aber auch ihre Pflanzenschutzmittel aufzuzwingen", sagt Rossow. Der Einsatz von auf das Saatgut abgestimmten Mitteln führe bei vielen Schädlingen zu Resistenzen. Sogenanntes Hybrid-Saatgut, das jedes Jahr neu gekauft werden muss, statt geerntete Samen erneut aussäen zu können, hat über die Baumärkte aber auch die Hobbygärtner erreicht. "Wir tragen dazu bei, die Sortenvielfalt zu erhalten", so Rossow.
Die Veranstalter haben selbst vieles mitgebracht - Samen für Wilde Rauke und Inkagurken etwa. Zu entdecken sind aber auch viele andere interessante Samen, etwa für Schild-Ampfer, Roten Mangold oder Mauretanische Malve. Heilpraktikerin Astrid Sommerfeldt aus Panketal, die selbst einen Kräutergarten hat, hat die Auswahl um Heilpflanzen erweitert. Zum Beispiel Mariendistel, "unsere beste Leberheilpflanze neben der Artischocke" und die Schutzpflanze Engelwurz. "Die möchte ich unters Volk bringen", sagt sie.