Heinrich Oehme weiß als gelernter Tischler, worauf es beim Bau ankommt. Jedes Jahr leitet er zwei bis drei kreative Projekte, bei denen der Nachwuchs Eigeninitiative zeigen könne. "Hier wird niemand gezwungen", betont er. Die Jugendlichen, acht bis zehn an der Zahl, kommen gern, um mitanzupacken. Hier kennt man sich bereits untereinander. Für Heinrich Oehme ist diese Möglichkeit des Jugendtreffs sogar wertvoller als Schule. "Ich habe die evangelische Jugend immer als lebensbegleitend wahrgenommen", erzählt er. "Anders als in der Schule bekommen die Jugendlichen hier ein Mix aus verschiedenen Angeboten, aus denen sie selbst entscheiden können, woran sie teilnehmen." Jugendliche mit unterschiedlichen Interessen, erklärt er weiter, fänden in diesen Projekten schneller Gleichgesinnte mit einem gemeinsamen Ziel. Auch notwendige Fähigkeiten würden schneller erworben werden. "Anders als im Unterricht lernen die Schüler direkt beim Bau Verantwortung zu tragen und Projekte zu planen." Dass die Kinder sogar ihre Winterferien dafür nutzten, freut den Projektleiter besonders. "Wenn die Kinder die ganze Woche lang zum Beispiel nur Computerspiele spielen, erschaffen sie nichts Körperliches. Nichts, das man anfassen kann. Das Erfolgserlebnis ist bei uns viel größer", bekräftigt Oehme.
Für Angelika Schwarz (17), die auch mal das einzige Mädchen auf dem Bau war, ist es nicht das erste Projekt an dem sie teilnahm. Nach dem Bau eines Tischs und eines Hochbeetes freut sie sich, sich erneut handwerklich betätigen zu können. Auch Hannes Reutter (14) ist froh über die neue Erfahrung. An einem größeren Projekt nahm er dieses Jahr zum ersten Mal teil. An dem Hüttenbau gefällt ihm vor allem, dass es nur wenig Bevormundung von Erwachsenen gibt. "Wir organisieren uns selbst, dadurch kann man sich freier bewegen", bemerkt er.
Seit vergangenen Montag wurde an der Holzhütte gearbeitet. Am Freitag sollte sie fertig sein. Ein zwischenzeitlicher Ausflug in die Arbeitswelt des Baumarkts verzögerte jedoch die Fertigstellung. Nun wurde am Sonnabend noch einmal nachgelegt.
Heinrich Oehme ist dennoch sehr zufrieden mit der Konstruktion. "Dieses Mal hat einfach alles geklappt. Die Jugendlichen haben handwerklich sehr gute Arbeit geleistet", lobt er.