Am Sonnabend stand Schlagersängerin Dagmar Frederic natürlich auch auf der Bühne. Um die Gäste zu unterhalten. Aber die gebürtige Eberswalderin, Enkelin des Zoogründers Bruno Schulz und Tochter des zweiten Direktors Günter Schulz, durfte zugleich auch Taufpatin sein. Was an sich noch nichts Neues wäre, wie die 74-Jährige selbst bekannte. Erstmals wurde jetzt allerdings ein Tier nach ihr benannt. "Daggi", verkündete Zoochef Bernd Hensch unter dem Beifall der Gäste und zur Überraschung der Künstlerin. Der Täufling: ein kleines Serval-Weibchen.
In vielen Gehegen Nachwuchs
Die Mutter hatte am 28. Juni zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Allerdings hat sie den Nachwuchs nicht angenommen, erklärte Hensch. Deshalb wurden und werden die beiden mit der Hand aufgezogen. Von Tierpflegerin Monique Bartsch. In den ersten Wochen zuhause, denn etwa alle drei Stunden verlangen die Kleinen nach Milch. Die Katzen haben sich prächtig entwickelt, inzwischen gibt es auch schon Rindfleisch, verriet Bartsch, derweil die Besucher das "Wollknäuel" streichelten, knuddelten, mit ihm kuschelten. Während ihr Bruder noch auf einen Namen wartet, hat "Daggi" nun also einen. Auch wenn die Sektdusche offenbar nicht so ihr Ding war.
Hellauf begeistert waren übrigens nicht nur die kleinen Tierfans, sondern vor allem auch Sieglinde Dietrich, Ehrengast der Party. Die 88-Jährige nahm Klein-Daggi sofort auf den Arm und herzte sie. "Die Servale sind so niedlich." Vor zwei Jahren habe sie als Stammbesucher einen Serval taufen dürfen, auf den Namen Mingo. Ein unvergessliches Erlebnis für die Eberswalderin, die schon zu DDR-Zeiten immer gern kam. "Ich liebe einfach Tiere. Und der Zoo ist wirklich so schön geworden." Traurig mache sie allein, nach einem Beinbruch nicht mehr so oft kommen zu können.
Lob für Zoo
Jede Menge Komplimente gab es für das Zoo-Team auch von Besuchern aus Berlin. Etwa von Torsten Paul, der mit den Söhnen Thomas (5) und Christian (2) sowie Oma gerade eine kleine Pause eingelegt hat. "Die Gehege sind sehr offen. Und dadurch entsteht eine Nähe zu den Besuchern."
Allen Grund zur Freude hatte auch Anja Grüning. Die 18-Jährige durfte einen der allerjüngsten Zoo-Bewohner präsentieren: eine 14 Tage alte Schraubenziege. Die Eberswalderin hat soeben ihren Bundesfreiwilligendienst im Zoo angetreten und ist schon jetzt überzeugt, ihren Traumjob gefunden zu haben. "Hier geht alles so familiär zu", befand sie.
Und wie es sich für einen Geburtstag gehört: Natürlich gab es Blumen, u. a. für Zoochef Hensch (seit 30 Jahren Direktor), und eine große Geburtstagstorte. Mit Frosch, Hund, Raben und Co. aus Marzipan. Für die Zweibeiner. Und die Tiere? "Die bekommen logischerweise zum Geburtstag auch ein Extra-Leckerli", versicherte der Direktor. "Dafür sorgen schon die Tierpflegerinnen. Die sind da sehr kreativ."