Zwölf Oberleitungsbusse des Typs Solaris hat die BBG alles in allem bestellt, drei rollen schon durch Eberswalde, drei weitere kommen bis Mitte April hinzu. „Wir haben uns ganz bewusst für diese hochmodernen Fahrzeuge entschieden, die dem Obus eine Zukunft geben“, sagt Frank Wruck, der als Geschäftsführer der BBG in der Verantwortung steht.
Dass die neuen Obusse überaus schick aussehen und damit durchaus etwas hermachen, finden auch die Mitglieder des Eberswalder Seniorenbeirats. In einem Schreiben an Barbara Ebert, Referentin für soziale Angelegenheiten sowie Behinderten- und Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus, loben die Senioren „das elegante Design der Busse mit der asymmetrischen Frontscheibe“.
Obendrein finden die Beiratsmitglieder wichtig, dass elektrische Rampen an den neuen Obussen zum Beispiel Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kindern einen barrierefreien Ein- und Ausstieg ermöglichen. Die Innenausstattung weise jedoch einige Mängel auf, heißt es in dem Schreiben weiter, das Renate Kuhlmann als Vorsitzende des Gremiums unterschrieben hat. Die Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt geht davon aus, dass die Eberswalder Rathaus-Spitze den Brief nicht nur an den Kreis als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs und an die BBG weiterleitet. Vor allem soll Einfluss darauf genommen werden, dass die Gründe, die Anlass zu Beanstandungen gaben, möglichst vollständig abgestellt werden.
Die Senioren-Vertreter beklagen, dass die Stufen zu einigen Sitzplätzen, so über den Radkästen, zu hoch angebracht sind. An manchen Sitzen fehle die Beinfreiheit, der Gang sei zu schmal und die Fahrgeräusche zu laut. „Dadurch sind die Durchsagen unverständlich“, betonen die Verfasser des Beschwerdeschreibens.
Zudem seien die Festhalte-schlaufen zu hoch angebracht und könnten nur von größeren Fahrgästen erreicht werden.
Für Frank Wruck sind die Bedenken der Senioren zum größten Teil kaum nachvollziehbar. „Die Beinfreiheit zum Beispiel ist auf vielen Plätzen sogar größer als vorher“, sagt der Geschäftsführer der BBG. Dies sei keine subjektive Einschätzung, sondern lasse sich durch Messungen belegen. Dass mancher Sitz in den neuen Fahrzeugen höher liege und sich damit schwerer erreichen lasse, habe einen Grund, der eigentlich erfreulich sei. „Die neuen Busse sind von Anfang bis Ende niederflurig angelegt, die alten waren es nur bis zur zweiten Tür“, betont Frank Wruck. Ein- und Ausstiege seien daher an jeder Tür ohne Sprünge möglich. Doch die Fahrzeugtechnik musste schließlich auch irgendwo untergebracht werden – dies sei unter einigen Sitzreihen erfolgt, die dadurch höher über dem Gang lägen.
Dass der Motor im neuen Obus lauter geworden sei, nennt der BBG-Geschäftsführer einen Trugschluss. „Gerade ältere Fahrgäste setzen sich erfahrungsgemäß bevorzugt nach vorn. Da hören sie jetzt den Motor stärker als vorher – in den alten Bussen war der Motor hinten, in den neuen sei er nahe der zweiten Tür und damit vorn untergebracht“, sagt Frank Wruck. Wer es jetzt ruhiger möge, müsse sich nach hinten setzen.
Was die Halteschlaufen in den neuen Obussen angehe, seien Veränderungen zum Besseren allerdings vorstellbar, ergänzt der BBG-Geschäftsführer.