Rund sieben Millionen Tonnen Altmöbel werden in Deutschland jährlich entsorgt. Das schätzen Fachleute vom Online-Recycling-Portal "Zweitsinn". Dem Möbelrecycling widmen sich zwar immer mehr, aber dennoch nur einzelne Unternehmen. Den Überblick und seit 30 Jahren Erfahrung hat damit der Arbeitskreis Recycling aus Herford.
Vorstand Udo Holtkamp ist nun einer der ersten, die in einer neuen Veranstaltungsreihe in Eberswalde zu Wort kommen sollen. Sein Unternehmen produziert in größeren Stückzahlen Möbel aus Recyclingmaterialien. "Umgang mit Werk- und Rohstoffen", lautet der etwas spröde Titel für seinen Einblick in das Thema am 2. April.
"Holztechnik aus Eberswalde" nennt sich das neue Format. Die Reihe, die künftig zwei- bis dreimal pro Semester stattfinden soll, ist eine Initiative von vier jungen Holztechnikern, die in Eberswalde leben und arbeiten. Gemeinsam ist den drei Männern und einer Frau, dass sie ihr Studium an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) absolvieren oder abgeschlossen haben.
Tom Brodhagen zum Beispiel verteidigt am Donnerstag seine Abschlussarbeit. Der 23-Jährige hat sich mit einem Prüfszenario für Holzbrillen befasst. "Es gab früher mal einen inoffiziellen Holztechnik-Stammtisch im Studiclub. Der wurde damals sehr gut angenommen. Wir haben uns jetzt zusammengeschlossen, um das Ganze neu zu beleben und den Publikumskreis zu erweitern", beschreibt er das Zustandekommen der Veranstaltungsreihe.
Außer Brodhagen gehören der Initiative der selbstständige Holztechniker Guido Eichbaum, Margarete Mahlke (23), Studentin im demnächst sechsten Semester sowie Vorsitzende des Eberswalder Studentenclubs und Steffen Mautschke (29), der als Qualitätsassistent für den Bereich Lehre bei den Holztechnikern an der HNE zuständig ist, an. Sie stellen die Reihe als Gemeinschaftsinitiative von Hochschule, Fachschaftsrat der Holztechnik-Studenten, Studentenclub sowie dem Eberswalder Ingenieurbüro für Holztechnik vor.
Auf Publikum hoffen die Veranstalter bei weitem nicht nur unter den rund 240 Studierenden im Fachbereich. "Wir wollen auch die breite Masse, den Verbraucher ansprechen", sagt Steffen Mautschke. Dennoch habe sich das Quartett zum Ziel gesetzt, "spezielle Themen anzusprechen", ergänzt Tom Brodhagen.
Denkbar ist so, das Spannungsfeld der vieldiskutierten gesundheitsschädlichen Emissionsstoffe von Möbelklebstoffen genauso wie die energetische Verwertung von Holz oder Innovationen aus dem nachhaltigen Werkstoff zum Thema zu machen oder auch mal Firmen einzuladen, die aus der Betriebspraxis berichten. Nach den Vorträgen in einem Hörsaal in Haus 1 auf dem Stadtcampus soll sich die freie Diskussion dann jeweils im Studentenclub in der Schicklerstraße 1 fortsetzen.
Am 2. April startet das Format mit zwei Fachvorträgen. Außer Holtkamp spricht Professor Volker Thole vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig über angewandte Nachhaltigkeit von Holz in möglichst langen Wertstoffketten. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung nicht nötig.
"Der Raum bietet Platz für 180 Menschen. Wir hoffen, dass viele kommen", wirbt Holztechniker Steffen Mautschke.