Auf dem Waldcampus sind zum Ersten die Fachbereiche Wald und Umwelt sowie Holzingenierwesen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung zu Hause, in denen 30 Professoren und 140 wissenschaftliche Mitarbeiter 950 Studenten betreuen. Insgesamt gebe es an der Hochschule 2200 Studenten, 350 Mitarbeiter und 60 Professoren, sagte Wilhelm-Günther Vahrson, Präsident der größten Eberswalder Bildungseinrichtung.
Traditioneller Spendenmarathon
Zudem sind auf dem Waldcampus das Landeskompetenzzentrum des Landesbetriebes Forst mit 51, das Thünen-Institut für Waldökosysteme mit 60 und die Materialprüfanstalt Brandenburg GmbH mit 20 Mitarbeitern untergebracht. Alle Gastgeber gewährten Einblicke in ihre Forschung.
Der für alle Interessierten offene Neujahrsempfang ist in Eberswalde traditionell mit einem Spendenmarathon verbunden: Die Schmalzstullen von 50 Broten, 1000 Würstchen, 400  Portionen vegane Kartoffelsuppe und 700 Spritzkuchen an den Ständen der Stadt wurden gegen einen kleinen Obolus abgegeben. Am Stand des Märkischen Medienhauses waren die MOZ-Gedecke, bestehend aus Kaffee in einer Glastasse und einem Stück Kuchen, begehrt, die es für 3,50 Euro gab.
Sämtliche dabei erzielten Einnahmen kommen dem mehr als 60 Mitglieder zählenden, an der Hochschule angedockten Verein Horizonte zugute, der mit Projekten wie dem alle zwei Wochen stattfindenden Sprachcafé oder "Geography live", bei dem ausländische Studierende Eberswalder Schülern von ihrer Heimat erzählen, einen unschätzbaren Beitrag zur Weltoffenheit und zur Integration in der Barnimer Kreisstadt leistet. Die Vereinsvorsitzende Diana Cervino, die in Chile geboren wurde, in Venezuela aufgewachsen ist und seit 2014 in Eberswalde lebt, bekam zum Ende des Empfangs vom Bürgermeister 1102,11 Euro und von der MOZ-Regionalleiterin Andrea Linne 980,50 Euro überreicht.
Fressgeräusche aus Boxen
Egal für welche Station sie sich entschieden – überall wurden die Besucher klug unterhalten und bestens informiert. Bei der Materialprüfanstalt, die Bauholz für Kunden in ganz Europa testet, wimmelte es vor an die Wand projizierten Termiten und es waren Fraßgeräusche holzzerstörender Insekten zu hören. "In Deutschland sind die Larven des Hausbockkäfers und des gewöhnlichen Nagelkäfers die allerschlimmsten Bauholz-Vernichter", verriet die Biologin Eva-Maria Fennert. Für die Probenarbeit im Kundenauftrag würden in Eberswalde die Larven von fünf Holzinsektenschädlingen gezüchtet. Neben den bereits erwähnten Käferarten seien dies der Braue Splintholzkäfer sowie europäische und australische Termiten.
Alle Redner hoben hervor, dass die Institutionen auf dem Waldcampus die Herausforderungen der Erderwärmung angenommen hätten. Auch deshalb sei Eberswalde eine der aktivsten Brandenburger Städte beim Klimaschutz, betonte der Bürgermeister.