Eine funktions- und leistungsfähige B 167 im Herzen der Stadt - dies ist das erklärte Ziel der Verkehrsplaner beim Landesbetrieb Straßenwesen. Unter diesem Aspekt wurde der vierte und damit letzte Abschnitt der Eisenbahnstraße neu beleuchtet. Den Entwurf stellte der Landesbetrieb jetzt vor.
Kompakte "Knotenpunkte" statt Kreisverkehre, dies ist eine der Kernaussagen des Entwurfes für den vierten Abschnitt der Eisenbahnstraße, der von der Puschkin- bis zur Breiten Straße reicht. Vor dem städtischen Bauausschuss stellte das Planungsbüro jetzt das Projekt vor.
Die Neugestaltung der Kreuzungen Eisenbahn-/Bergerstraße sowie Eisenbahn-/Breite Straße bildet überhaupt den Schwerpunkt dieser vierten Etappe. Die Bergerstraße soll künftig klar als Nebenstraße erkennbar sein. Auch der jetzige "Bypass", eine Art Seitenarm, soll verschwinden. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens sei an der Kreuzung, in die ebenfalls die Einmündung Michaelisstraße einbezogen ist, eine Ampel nötig, so die Planer. Für Fußgänger seien in diesem Bereich zwei Übergänge vorgesehen. Eine weitere Änderung: Von der Michaelisstraße sei es künftig möglich, nach links auf die Eisenbahnstraße abzubiegen. Einige tollkühne Autofahrer tun dies jetzt schon und setzen sich damit über das Vorschriftzeichen hinweg.
Eine bessere Übersichtlichkeit sowie kürzere Wege für Fußgänger streben die Planer mit dem Umbau der Kreuzung an der Friedensbrücke an. Ähnlich wie an der Bergerstraße soll ein "kompakter Knotenpunkt ohne Bypässe" entstehen. Wobei laut Entwurf alle derzeitigen Fahrbeziehungen erhalten bleiben. Insgesamt prognostizieren die Planer für den Knotenpunkt "eine gute Verkehrsqualität". In Spitzenzeiten aber, so räumten sie ein, könne sich die Leistungsfähigkeit vermindern. Hintergrund ist die geplante Änderung bei der Verkehrsführung an der Kreuzung Breite -/Friedrich-Ebert-Straße (MOZ berichtete). Wegen des dort angedachten Linksabbiegeverbots könne es in der Folge zu einem Rückstau kommen.
Rollen sollte es hingegen für die Radfahrer. Angedacht ist nämlich, über die gesamte Länge des vierten Abschnitts einen Radweg an der Eisenbahnstraße anzulegen. Abschied müssen Autofahrer an der Kreuzung Eisenbahn-/Puschkinstraße vom grünen Rechtsabbiegepfeil nehmen. Der falle einer Fußgängerfurt zum Opfer, erklärten die Fachleute.
Die Ausschuss-Mitglieder Hans Mai und Uwe Ebert bedauerten, dass die Kreisverkehre vom Tisch sind. Ein Kreisel ermögliche einen flüssigeren Verkehr, vermutete Ebert. Dem widersprach Harald Günther, Leiter des Bereichs Planung und Entwurf beim Landesbetrieb. Ein Kreisverkehr, wie er an der Eisenbahnstraße geplant war, fasse 20 000 Fahrzeuge pro Tag. Das Aufkommen liege aber bei 28 000. "Wir können nichts bauen, was letztlich nicht funktioniert." Deshalb habe der Landesbetrieb die Reißleine ziehen müssen, so Günther.
Gemäß Infrastruktur-Plan ist die Realisierung des vierten Abschnittes der Eisenbahnstraße für 2013/14 vorgesehen. Die Fahrbahn, jetzt zum Teil noch aus Kopfsteinpflaster bestehend, soll einen durchgehenden Asphaltbelag erhalten. Worüber sich vor allem auch die Anlieger freuen dürften. Denn mit der Schwarzdecke vermindert sich die Lärmbelastung. Ein weiterer Vorteil liegt laut Konzept in dem geringeren Flächenverbrauch im Bereich der beiden Kreuzungen. Bei der Planung habe man sowohl das Vorhaben der Stadt zur Verkehrsberuhigung der Breiten Straße berücksichtigt als auch den Bau der Ortsumgehung B 167 neu, versicherte Günther.
Stadt und Verein WIR laden heute, 18.30 Uhr, in der Bierakademie zum Workshop "Eisenbahnstraße - gemeinsam für mehr Lebensqualität" ein.